Ich lese gerade: Sebastien Perez, Benjamin Lacombe – Kleine Katzenkunde

„Katze!“, das war das zweite Wort unseres Söhnchens und ich glaube, das war kein Zufall. Wir sind beide ausgemachte Katzennarren und demnach lesen wir natürlich auch besonders gern Bücher über Katzen. Es ist nur nicht immer ganz einfach, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, denn während sich die Ansprüche meines Sohnes auf Bilder von Katzen beschränken, hätte ich doch bitte gern keine allzu hirnerweichende Handlung, ich werde das Buch schließlich die nächsten Wochen vorlesen. Mit „Kleine Katzenkunde“ sind wir aktuell beide hoch zufrieden.

Die Erzählungssammlung von Sebastien Perez enthält je eine Seite Text, der sich eindeutig an Erwachsene richtet und auf pointierte Weise eine Katzenrasse vorstellt, sowie und eine von Lacombe gewohnt umwerfend schön illustrierte Seite. Überhaupt ist das Buch, was Papierqualität und Haptik angeht, ein Hochgenuss. Mehr lässt sich leider dazu gar nicht sagen, man muss es sehen, weshalb ich nun auf alle weiteren Erklärungen verzichte und ein paar Bilder zeigen möchte.

Ihre begeisterte Joan Weng

Endlich wieder in Leipzig

Ein Gastbeitrag von Diana Hillebrand

Ankunft Messefreitag in Leipzig Hauptbahnhof um 12:10 Uhr. Diesmal habe ich einen lieben Freund dabei. Wir kennen uns schon lange, hatten vor einer gefühlten Ewigkeit gemeinsam in München unsere ersten Schreibversuche gestartet.

Er zum ersten Mal. Ich empfehle eine Bratwurst, um unsere Ankunft zu feiern. Ich esse immer eine Bratwurst, wenn ich in Leipzig am Hauptbahnhof ankomme. Es gibt Thüringer Bratwurst, die schmeckt auch in Sachsen. (mehr …)

Veränderungen im Team

Ende Mai wird unser Blog vier Jahre alt. Ich glaube, das hätte am Anfang auch keiner gedacht, am wenigsten ich selbst. In diesen vier Jahren hat sich das Blogteam nicht groß verändert, aber es ist ganz normal, dass man irgendwann überlegt, ob man eigentlich noch zusammenpasst,das kennt jeder mit ein bisschen Beziehungserfahrung.Und weil wir vom Blog da keine Ausnahme bilden, müssen wir heute unserer Ulli, dem Chaoten-Christoph und Wolf „Lebewohl“ sagen.

Wir haben immer viel, viel Spaß zusammen gehabt und auch wenn wir verstehen, dass ihr einfach andere Prioritäten setzen wollt, werden wir euch vermissen! Es war eine wunderschöne Zeit mit euch, danke dafür – ihr seid und bleibt die Besten!

Doch es gibt auch Nachwuchs: Mit Ingrid Haag und Kristin Lange  haben wir zwei neue Mitstreiterinnen, die sich euch morgen und am kommenden Sonntag in einem kleinen Interview vorstellen werden.

Und denen möchte ich heute im Namen des „alten“ Teams – Andrea Gunkler, Dorrit Bartel, Horst-Dieter Radke, Wolf P. Schneiderheinze, Cordula Broicher und natürlich mir, Joan Weng- noch einmal öffentlich ganz herzlich „Willkommen“ sagen.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und vor allem auf viel gemeinsamen Spaß. Schön, dass ihr dabei seid!

Eure Joan

Puderzucker

Ein Gastbeitrag von Putlitzerpreisträger Stefan Schulz

Martin saß im Wohnzimmer einer armen Seele und sah einem Kronkorken hinterher, der unter das Sofa rollte. Der alte Mann ihm gegenüber setzte eine Bierflasche an. Unter seinen wässrigen Augen hingen Tränensäcke und in die schmalen Lippen hatte der Suff über die Jahre Tinte gespritzt. Ein verpfuschtes Leben, das in der Obdachlosigkeit enden würde.

Mit der flachen Hand rieb sich Martin die Stirn. »Ich gebe Ihnen noch fünf Minuten, aber dann müssen Sie hier raus.« Ihm brummte immer noch der Schädel.

Der Alte stellte die Flasche auf den Tisch und rülpste. »Nenn mich Rolf, Herr Gerichtsvollzieher.« Seine Zähne sahen aus wie Backpapier.

»Ihre Möbel werden erst einmal eingelagert, bis …« (mehr …)

Töchter und Väter

Ich stöbere in den alten Bücher von Amara George (digital) und finde in einem Buch aus dem Jahre 1856 (Blüten der Nacht) eine Widmung der Dichterin:

 

»Dem besten der Väter in unbegrenzter Liebe, Verehrung und Dankbarkeit zugeeignet.«

 

Der Vater von Mathilde Kaufmann (Amara George war ihr Pseudonym), Jakob Friedrich Binder (1787 – 1856), war von 1821 bis 1853 Erster Bürgermeister der Stadt Nürnberg. Zuvor hatte er Rechtswissenschaft an der Universität Erlangen studiert und war Untersuchungsrichter in Nürnberg. Er trug als Bürgermeister wesentlich dazu bei, dass die Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Fürth gebaut wurde. Als 1828 Kaspar Hauser in Nürnberg auftauchte, wurde dieser von Binder persönlich verhört. Er schlug auch Georg Friedrich Daumer als Erzieher von Kaspar Hauser vor, den der Rat der Stadt Nürnberg dann einsetzte. Daumer war auch der Lehrer von Binders Tochter Mathilde. 1843 bekam Binder von der juristischen Fakultät der Universität Erlangen die Ehrendoktorwürde verliehen. (mehr …)

Ich war Old Shatterhand, und Winnetou war mein Blutsbruder

Manche erinnern sich sicher noch an die Zeit, als sie Winnetou und Old Shatterhand mit Taschenlampe unter der Bettdecke durch die Prärie begleitet haben. Bestimmt schmunzelt diese und jener auch noch über die Abenteuer des berühmten Kleeblatts, die einen – Sam Hawkens sei Dank – auch mal zum Schmunzeln veranlassten. Ich weiß noch, wie ich tränenblind aus dem dunklen Kinosaal ins Freie trat, nach dem ich den Tod Ntscho tschis in „Winnetou I“ oder den Tod Winnetous im Film „Winnetou III“ miterleben mussten. Lange ist’s her. Dass dieses Werk nach über hundert Jahren noch immer seinen Reiz behalten hat und in zahlreichen Buchausgaben nach wie vor verkauft wird, zeigt, dass es Karl May gelungen ist, eine zeitlose Story zu schaffen, die weit über viele andere Abenteuerromane hinausweist. Das liegt sicher nicht nur daran, dass er spannend zu erzählen wusste, sondern auch daran, dass er sich engagiert auf die Seite der damals wie heute Unterlegenen, der Indianer, geschlagen hat. (mehr …)

Reisen und Lesen in Indonesien

Meine Ich-hasse-Winter-und-will-soweit-wie-möglich-weg-Reise fand diesen Winter schon früh statt – nämlich im November – und führte mich nach Indonesien. Freunde von mir waren vor mehr als zwei Jahren dorthin gezogen und hatten mich immer wieder eingeladen.

Nun also war es so weit. Wie meist vor Reisen in fremde Länder habe ich versucht, mich auf Indonesien auch mit Literatur vorzubereiten. Da Indonesien 2015 Gastland der Frankfurter Buchmesse war, sind auch aktuellere Titel inzwischen ins Deutsche übersetzt und ich hatte einiges zu lesen.

Mehr noch als sonst verknüpfen sich in diesem Fall Literatur und Reisen zu einem Bild über das Land, so dass ich diesmal nicht nur Lesetipps geben, sondern auch von Land und Leuten erzählen möchte. Herausgekommen ist „Reisen und Lesen in Indonesien“ eine sechsteilige Miniserie, die wir Ihnen in dieser Woche vorstellen – jeden Tag einen Teil.

Viel Freude beim Entdecken eines fernen Landes wünscht Ihnen
Dorrit Bartel

Reise in eine vergangene Zeit

 

Waldemar Abegg – Boris Martin:  Reise in eine vergangene Zeit

Rund um die Welt 1905

Waldemar Abegg, 1873 geboren und aufgewachsen, wird Verwaltungsjurist, später Regierungspräsident in Schleswig. Nach seiner Promotion im Jahr 1898 arbeitet er einige Jahre im preußischen Verwaltungsdienst, bevor er zu einer eineinhalb Jahre dauernden Weltreise aufbricht, für die er Urlaub bekommen hat unter der Vorgabe, dass er sich um die Resozialisierung straffällig gewordener Jugendliche in anderen Ländern informieren möchte. Abegg reist zunächst in die USA um später über Japan, China, Singapur, Ceylon, Indien nach Hause zurück zu kehren. Auf seine Reise nimmt er zwei Fotoapparate mit, eine Contessa und eine von Zeiss, beide reisetauglich, aber auch beide für Glasplattennegative eingerichtet. In Japan wird er sich noch eine Panoramakamera kaufen.

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