Fresse! oder: Mein erstes TAW

„Christoph, du bist ja so blöd! Jetzt pass mal gut auf.“

Ständig sagt mir einer, dass ich die Fresse halten soll. Das nervt langsam. Ich nehm mal noch eine Cabanossi, stehen sowieso viel zu viele auf dem Tisch. Mit dem Zahnstocher spieße ich eine der Minisalamis auf, stecke sie in den Mund und fixiere die Tischplatte. W. hat seine Aufmerksamkeit wieder meinem Text zugewandt, aber das macht es auch nicht besser.

„Diese Figur da, dieser … wie heißt der gleich wieder? Ach ja – sehr originell übrigens – Robert Koch! Ganz ehrlich, dein Robert ist ein einziges Klischee. So geht das einfach nicht.“

Zustimmendes Gemurmel von links und rechts. Ich spieße eine weitere Cabanossi auf und tue so, als ob ich nachdenken muss. Scheiße. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. (mehr …)

Fingerfood

Ich befinde mich jetzt seit gut einer Woche im Ferienmodus, schlafe jeden Tag mindestens acht Stunden, nehme mir alle Zeit, die ich brauche, um langsam in den Tag zu kommen – etwa zwei Stunden –, und stürze mich dann kopfüber in den Haufen Bücher, den ich bereits Wochen vorher ins Regal geschichtet hatte. Ferienzeit ist Schreibzeit. Und Lesezeit. (mehr …)

MV in FL

Mitgliederversammlung. Ein gutes Dutzend Leute oder auch etwas mehr sitzen um einen schlecht abgewischten Konferenztisch und schieben zwischen eingetrockneten Kaffeflecken Protokolle und Anwesenheitslisten hin und her. Es riecht nach Schweiß und kaltem Rauch. Die Arbeit muss getan werden, also tut man sie und wenn sie dann endlich getan ist, sind alle froh, nach Hause fahren zu dürfen. Tja, genau so läuft das in neunzig Prozent der Fälle vermutlich tatsächlich ab, und es ist genauso grausam, wie es sich anhört. Zum Abgewöhnen. Bei den 42erAutoren läuft das anders ab. Nämlich so: (mehr …)

Poleposition oder: Joan Weng

 

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Wäre dies das Formel 1-Rennen am Nürburgring, dann würde sie vorne links stehen. Dort ist die Strecke am saubersten, die Traktion am besten. Ihre Startnummer wäre die 86. So viele Beiträge hat sie bis heute abgeliefert und sich damit an die Spitze des Starterfeldes gefahren. Als Rennpilotin wögen ihre Werbeverträge eine Million schwerer als die der Konkurrenz, denn die Schönheitsindustrie zahlt einfach mehr als ein Reifenhersteller. (mehr …)

Baumanns Weltdeütsch

Nehmen wir einmal für einen kurzen Moment an, Deutschland hätte den 1. Weltkrieg gewonnen – rein hypothetisch. Wenn dem so gewesen wäre, dann hätte es seine Kolonien behalten dürfen, es hätte an politischem Einfluß gewonnen, wäre ein ernstzunehmender Konkurrent des Englischen englischen Königreiches geworden und wäre eine der kommenden, führenden Weltwirtschaftsmächte geworden. (mehr …)

Rätsel um einen Vallotton

Weihnachten gehört zu den Dingen in meinem Leben, die ich weiträumig zu umfahren versuche. Zugegeben, das ist schwierig. Etwa so schwierig, wie die Türme aus Weihnachtskalendern, Dekoartikeln und Süßigkeiten im Supermarkt zu umfahren. Ich schenke eigentlich ganz gerne, nur an Weihnachten nicht, denn da habe ich immer das Gefühl, ich beuge mich nur dem allgemeinen Schenkenszwang. Niemand sollte sich jedoch davon abhalten lassen, zu schenken. (mehr …)

Elf 42er, eine Gans und viel Whisky

Unser werter Kollege Horst-Dieter Radke hatte am 15.11. einen Termin in Düsseldorf, und zwar schon vormittags. Das nahm er zum Anlass, uns am Tag zuvor in Krefeld besuchen zu kommen.
Und wenn wir schon einmal so tollen Besuch haben, könnten sich doch auch andere daran erfreuen, dachte ich mir und lud ein paar 42er Autoren aus NRW ein.
Insgesamt würden wir elf sein – eine nette Runde. Davon waren zwei Vegetarier, einer schwört auf Flexi-Carb, bei einem wusste ich gar nicht, was er isst, zwei mögen keinen Käse oder überbackene Sachen. Und eine isst kein Schweinefleisch. Nur von Christoph wusste ich: Er isst, was auf den Tisch kommt und das immer voller Begeisterung. (mehr …)

Warum ich nicht schreibe?

Also, falls ich wirklich mal einen oder zwei Tage nicht schreibe, dann könnte es erstens sein, dass ich Klausuren korrigiere, Klassenarbeiten erstelle oder einfach „nur“ Unterricht vorbereite. Denn das ist die Arbeit, die mir die Brötchen auf den Tisch bringt. Nebenbei: Mit „Schreiben“ meine ich nicht nur das Erstellen von Text. Nein, die Tipperei, die kommt bei mir erst ganz zum Schluss. Vorher beschäftigen mich Vorbereitungen, wie Recherche, Plotten, das Notieren von Dialogfetzen, das Herumspinnen und Fantasieren, das Visualisieren einzelner Szenen und so weiter. (mehr …)