Autors Helferlein #1: Evernote

Evernote ist Mamas Liebling.
Ich benutze das Programm mit dem Elefanten im Logo seit 2009. 2008 kam es auf den Markt, ich gehöre also zur ersten Million User, die sich in das Tool verliebt haben (2012 waren es schon 34 Millionen). Davor habe ich mit einem Notizenprogramm mit Baumstruktur gearbeitet mit dem schlichten Namen „Zettelkasten“, aber alles, was ich darin gesammelt hatte – unter anderem die komplette Figuren- und Plotentwicklung für meinen ersten Krimi -, ging flöten, als mein Rechner von einem Virus befallen wurde und nur noch Plattmachen half. Was mit den Notizen passierte, kann man in etwa mit einem (mehr …)

„Katzen – das Buch“ von Claudia Rusch – eine Buchempfehlung

Wer oder was hätten Sie sein mögen (wenn nicht Sie selbst)?

Diese Frage verstehe ich nicht.“

(Antwort einer Katze auf eine der Fragen aus „Prousts Fragebogen“)

Jemand sagte kürzlich, dem „Zweiundvierziger“ fehle der „cat-content“. Nun denn, dem soll mit diesem Artikel Abhilfe geschaffen werden; denn was verschafft einem YouTube-Kanal, einer Facebookseite, einem Blog mehr Klicks als Putziges über und von Katzen? (mehr …)

Das stille Haus – Andreas Beitrag

Still steht es da. Und doch scheint es bewohnt. Die Fenster sind klar, die Treppe ist immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Der Teich davor mit klarem Wasser, obwohl es ein wenig bräunlich ist.

Und doch. Niemand öffnet, wenn man klingelt. Seit Jahren macht sie es, wenn sie auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikommt, schon aus Tradition. Auch diesmal. Sie hat sich schon umgewandt und will wieder gehen, weil der Pflicht genüge getan ist, da stutzt Andrea, wendet sich noch einmal um (mehr …)

Liebe Leserinnen und Leser des Zweiundvierzigers,

in den vergangenen Blogmonaten und -jahren haben Sie die unterschiedlichsten Facetten des Schreibens als Kunst, Leidenschaft und Handwerk kennengelernt. Sie haben mit uns Spaziergänge zu verstorbenen Autoren unternommen, haben erfahren, dass die Realität oft befremdlicher sein kann als jegliche Fiktion, haben von Plan- und Dialektsprachen gelesen, etwas über Schreibverhinderer und über Schreibbeflügler gelernt, Lesetipps von uns bekommen und uns auch sonst in verschiedener Hinsicht über die Schulter geschaut.

Nur über das, was auf den weißen Blättern oder Bildschirmen entsteht, haben wir bisher die Hand gehalten.

Nun sind wir alle Autorinnen und Autoren, Schriftsteller, Schreiberlinge. Wir tippen nicht nur hin und wieder einen Beitrag für diesen Blog, wir beschäftigen uns intensiv mit Sprache, mit den Möglichkeiten, Themen, die uns am Herzen liegen, eine Form zu geben, Situationen und Empfindungen auszudrücken und Sie als Leserin und Leser mitfiebern zu lassen. Wir probieren aus, schreiben, veröffentlichen. Davon haben Sie hier im Blog bisher nichts zu lesen bekommen. Sie mussten schon den Buchhandel bemühen und sich eines unserer Bücher kaufen.

Das wollen wir nun ändern – aber nur ein bisschen. Unsere Bücher sollen Sie selbstverständlich weiter im Buchhandel kaufen. Im „Schaufenster“ stellen die 42erAutorinnen und -Autoren demnächst ein bis zwei Mal im Monat ihr Können zur Schau: in Kurzgeschichten, Glossen, Romanauszügen, Essays. Den Anfang macht Stefan Schulz morgen mit seiner Kurzgeschichte „Burka“. Er ist zwar kein 42erAutor, aber diesjähriger Gewinner des Putlitzer Preises, den der 42erAutoren e.V. jedes Jahr ausschreibt. Stefan Schulz hat uns freundlicherweise genehmigt, seinen Text hier zu veröffentlichen. Dafür danken wir ihm herzlich und weisen darauf hin, dass der Text lang vor der aktuellen Debatte entstand – gute Literatur ist eben ihrer Zeit gerne mal voraus.

Mögen Sie am Schaffen der 42erAutorinnen und -Autoren viel Freude haben.

Ihre und Eure
Andrea Gunkler

 

Alles ganz anders

Der Urlaub, oder besser gesagt der auf Reisen verbrachte Urlaub, ist die Zeit im Jahr, in der man alles anders macht als sonst. Aus Bürohockern werden Extremsportler, Arbeitstiere sind kaum vom Strandlaken wegzulocken, aus Eigentümern kuscheliger Reihenhäuser werden Bewohner miefiger Bettenburgen oder moskitoverseuchter Strandlodges in irgendeinem Entwicklungsland. Gleich nach der Ankunft schreiben sie auf, was beim Reiseveranstalter zu bemängeln ist, damit der Spaß im Nachhinein etwas billiger wird. Immerhin: Den Zaun um das Hotelgelände kennen sie auch von zuhause. (mehr …)

Eine Küche müsste man haben!

Ohne Küche leidet die Kreativität. Das betrifft das eigentliche Kochen genauso wie das Schreiben.

Fünf Jahre lang hatte ich keine eigene Küche. Um mich und meinen Mann zu bekochen, musste ich die Küche ein Stockwerk tiefer benutzen. Fremde Töpfe, fremder Herd, fremde Kochutensilien, für meinen Geschmack befremdliche Fernsehsendungen, die aus dem Nebenraum tönten. Kein guter Ort zum kreativen Arbeiten, weder am Herd noch am Buch. Deshalb blieb das Notizbuch fast immer oben. Dabei kommen mir beim Kochen oftmals gute Ideen. Ich nahm das Notizbuch nur dann mit an den Herd, wenn ich allein war in der Küche. (mehr …)

Notate von der Katz

19. Abrüll 2016, Dinstich

Der Frost hat sich die Nacht um andere geschert. Die Nellikatz will schon raus um halb acht, zur Kellertür, und wieder rin zum Poofen, da is der Blaumann grad los zum Malochen. Im i-Buch gelesen, ‘nen eigenen Text. Zum Fürchten viele Fehler. Das leg ich weg und les von der Regenkatz. Um die Mittagsstunde, ich schnibbel grad den Obstsalat, kommt die Nellikatz aus dem Schlafkabuff und klagt. Will raus in den Abrüll, in der Wiese lauern uff Mäuse, nur die Lauscher überm Gras. Ich dann ruff in den Hain, die Buchen beim Ausschlagen wortknipsen. Die Tagetes auf dem Fensterbrett im Schreibzimmer sind auch schon wild auf draußen. Dürfen sie aber nich. Abrüll, Abrüll, der macht, was er wüll. Der Himmel hat grau heut und Löcher drin wie’n rostiger Blechdeckel; und nächste Woche soll’s schnein. Der Blaumann kommt früh heim. Er kricht Pizza und Latch, die Nellikatz geht leer aus. Kein Frischfleisch heut. Im Fernsehen gibt’s Fußball am Abend. Die Nachrichten bleiben aus. Kann nicht mehr hingucken bei all dem Ungerechten. Da schäm ich mich und will verschwinden. Auf den Mars. Die Nellikatz juckt das nicht. Die pooft schon wieder im Schlafkabuff. (mehr …)