Abteilung 4: Die unbekannten Bekannten (1): Anna Ritter

Ich wollt‘, ich wär‘ des Sturmes Weib

Ich wollt‘, ich wär‘ des Sturmes Weib,

Es sollte mir nicht grausen,

Auf Felsenhöhen wohnt‘ ich dann,

Dort, wo die Adler hausen.

Die Sonne wäre mein Gespiel,

Die Winde meine Knappen,

Mit dem Gemahl führ‘ ich dahin

Auf flücht’gem Wolkenrappen.

 

Frei würd‘ ich sein und stolz und groß,

Die Königin der Ferne,

Tief unter mir die dumpfe Welt

Und über mir die Sterne!

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Meister weniger Worte (1): Don Martin

Ein Mann spaziert über die Straße. Es fängt an zu tröpfeln und er beginnt, wie Gene Kelly auf der Straße zu steppen und zu singen. Und oben auf dem Dach wird die Weitspuck-Weltmeisterschaft ausgetragen. – Nicht lustig?

Okay, ein Mann kommt ins Postamt und sagt: „Two stamps, please.“ Von oben saust ein gigantischer Schuh auf ihn herunter und macht STAMP, STAMP. Auch nicht lustig? (mehr …)

Ruhrgebietsdeutsch III

Die Sprache des Ruhrgebietlers ist überaus facettenreich und benötigt daher auch eine erweiterte Grammatik. So verwendet man im Ruhrgebiet selbstverständlich auch einen Vokativ: „Ey Rotzigen“. Ob es sich bei dem „ey“ um ein Vokativpronomen oder um einen Vokativartikel handelt, ist jedoch in der Fachwelt umstritten.

Allerdings ist das „ey“ in der Formulierung „Boh ey“ eher als Interjektionsadverb zu verstehen. Es verstärkt in diesem Fall durchaus die Interjektion des Erstaunens „Boh“: (mehr …)

Ruhrgebietsdeutsch II

Der Ruhrgebietler ist Internationalist. Warum? Er entlehnt die Benutzung des Artikels eher dem Englischen und vermeidet so die komplizierte Zuordnung des richtigen grammatischen Geschlechts.

„Ich gebe dem Jungen die Zeitung“, formuliert der des Hochdeutschen Kundige. Der Ruhrgebietler benutzt oft – wie im Englischen – einen Artikel für alle drei Geschlechter: „Ich gibb de Jung de Zeitung.“

Das funktioniert selbstverständlich auch mit dem unbestimmten Artikel „ein, eine“:

„Ich gibb de Junge `ne Zeitung“, allerdings auch mit der Variante „Ich geb de Jung `ne Appel.“ Es ist also egal, ob es die Zeitung oder der Apfel ist, der Ruhrgebietsartikel lautet in der Regel de und ‘ne.

Wie variantenreich das Ruhrgebietsdeutsche ist, zeigt sich beim letzten Beispiel: „Ich geb de Jung `ne Appel.“ natürlich mit der alternativen Formulierung „Ich geb de Jung `n Appel.“ (mehr …)

Ruhrgebietsdeutsch I*

Im Ruhrgebiet über Sprache und Sprachförderung zu sprechen, führt zwangsläufig auch zu einer genaueren Betrachtung des lokalen Idioms oder – um es deutlicher zu sagen – zu einer Betrachtung der Ruhrgebietssprache.

Hier gelten selbstverständlich vollkommen andere Regeln als im Hochdeutschen, egal, ob es um die Benutzung der Zeiten oder einzelner Wortarten geht. (mehr …)

Abteilung 3: Die Vergessenen (1): Katharina Zitz-Halein

Maiblümchen

Wie lieb‘ ich dich, du Holde, Süße, Kleine,

Du Frühlingskind, erblüht im Waldesschatten;

Wenn ich dich schau, du Liebliche, du Reine,

Seh‘ ich die Unschuld sich mit Hoffnung gatten.

 

Das zarte Weiß in grüner Blätter Hülle,

Wie oft ergötzet es des Wandrers Augen;

Und gerne mag ich deines Duftes Fülle,

Der Biene gleich, begierig in mich saugen.

 

Aus theurer Hand hab‘ ich dich einst empfangen,

Ein Bild der Hoffnung wardst du mir gegeben,

Drum sollst du mir recht oft am Busen prangen,

Am Herzen mir entströmen still dein Leben.

 

Als Katharina Therese Pauline Modesta Zitz am 8. März 1877 in Mainz stirbt, kann sie auf ein umfangreiches Werk als Katharina Zitz-Halein zurückblicken. (mehr …)

Von Spider-Man zur Arbeiterklasse – meine Leseempfehlungen für den Sommer

Also, es ist wirklich so, dass man im Blog-Team zu nichts gezwungen wird, ehrlich. Es ist wie eine große Familie. Und da gibt es ja auch schon mal den großen Bruder, der einem den Arm auf den Rücken dreht, aus Spaß. Oder die Schwester, die im Vorbeigehen Knüffe verteilt oder Ellenbogenstöße. Rein geschwisterlich. Nicht böse gemeint. Wie im Blog-Team eben. (mehr …)