Das stille Haus – ein Gastbeitrag von Birgit Gürtler

Still steht es da. Und doch scheint es bewohnt. Die Fenster sind klar, die Treppe ist immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Der Teich davor mit klarem Wasser, obwohl es ein wenig bräunlich ist.

Und doch. Niemand öffnet, wenn man klingelt. Seit Jahren macht sie es, wenn sie auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikommt, schon aus Tradition. Auch diesmal. Sie hat sich schon umgewandt und will wieder gehen, weil der Pflicht genüge getan ist, da stutzt Birgit, wendet sich noch einmal um. (mehr …)

2013, Dritter Advent

Ein Gastbeitrag von Amos Ruwwe

Da sitzen die Beiden wieder zusammen. Der Eine hat seine Arbeit schon getan, der Andere kommt so langsam in die Puschen. Wie die aussehen! Jedes Jahr das gleiche.

Roter Mantel mit weißem Rand, rote Mütze mit weißem Rand und so ‘nem weißen Plömmel dran. Die beiden sehen aus wie Zwillinge. Als Frau des Weihnachtsmanns erkenne ich meinen Mann natürlich, seine Nase, ich sag Ihnen, die kenn ich. (mehr …)

Weihnachtsgeschenkbuchtipps

Für Literaturliebhaber

Naomi Woods „Als Hemingway mich liebte“

Hemingway? Ich höre schon wie Sie sagen: Joan, jeder kennt Hemingway und selbst wenn man keines seiner Werke gelesen hat, eine Kurzfassung  seines vielleicht wichtigsten Buchs beherrscht man dann doch: Mann fängt Fisch, Fisch wird gefressen, aus.

Ja, ja, ja, sage ich, aber „Als Hemingway mich liebte“ ist ein Roman über Hemingways vier Ehefrauen und Naomi Wood gelingt das Kunststück, ein Buch sowohl für „Hemingway Laien“, als auch für den harten Kern der Bewunderer geschrieben zu haben. Mit etwas Hintergrundwissen überrascht einen der Wechsel von der sanften Hadley zur modischen Pauline natürlich nicht, doch verpackt Wood das „Wie“, das „Warum“ so wunderbar geschickt, so sprachlich schön, dass man eben doch wissen will, was als nächstes passiert.

Eine sehr gut zu lesende Charakterstudie von vier Frauen, die alle eines besessen haben: die flüchtige Liebe eines Getriebenen. Und ein sehr spannender Roman über die amerikanische Gesellschaft im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Ihre Joan Weng

Das stille Haus – Andreas Beitrag

Still steht es da. Und doch scheint es bewohnt. Die Fenster sind klar, die Treppe ist immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Der Teich davor mit klarem Wasser, obwohl es ein wenig bräunlich ist.

Und doch. Niemand öffnet, wenn man klingelt. Seit Jahren macht sie es, wenn sie auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikommt, schon aus Tradition. Auch diesmal. Sie hat sich schon umgewandt und will wieder gehen, weil der Pflicht genüge getan ist, da stutzt Andrea, wendet sich noch einmal um (mehr …)

Weihnachtsgeschenkbuchtipps

Für Hundefreunde:

Michail Bulgakows „Das hündische Herz“: diese kleine und sehr amüsante Novelle aus dem Jahre 1925 erzählt die Geschichte des berühmten Professors Filipo Filipowitsch und seines Hundes, dem treuen Lumpi. Filipowitsch ist nicht nur eine der liebenswertesten Gestalten, des an liebenswerten Gestalten reichen Werkes des Autors, vor allem ist er passionierter Forscher und so gelingt es ihm, aus seinem Hund mittels Operation einen Menschen zu machen. Und wenn der frisch erschaffene Genosse Lumpikow auch kein Frankenstein ist, seinen Schöpfer lehrt er trotzdem das Fürchten.

Eine wunderbare, kleine Groteske, die nicht nur Angesichts der Genforschung moderner denn je ist, sondern vor allem ein höchst amüsantes Bild der russischen Gesellschaft in den frühen Zwanzigerjahren liefert. So amüsant und spitzzüngig, dass die Novelle in der Sowjet Union nie erscheinen durfte, auch wenn es heißt, Stalin selbst habe herzlich darüber gelacht und sich ein Manuskript gesichert.

Übrigens kommt auch die ein oder andere Katze in diesem Werk vor, doch für passionierte Katzenfreunde empfehle ich dennoch zum Kauf von Bulgakows „Der Meister und Magarita“. Der darin auftretende Kater Behemoth raucht nämlich nicht nur sehr lässig Zigarre, sondern hat inzwischen sogar in Moskau ein eigenes Denkmal – hoffentlich kommt meine Katze da nicht auf Ideen…

Ihre Joan Weng

P.s.: Im 42er Forum gibt es noch eine Rezension des Werks.