Veröffentlichungen

Abteilung 4: Die unbekannten Bekannten (2): Luise Hensel

Auch bei Luise Hensel tritt die Autorin weit hinter eines ihrer Werke zurück. Mit ihrem Namen verbindet kaum jemand etwas, ihr berühmtestes Gedicht haben wir aber fast alle gehört oder es gar gesprochen. (mehr …)

Krimihelden: Zeitreise zu Pferde und im Brezelkäfer

Eigentlich gilt bei uns im Blogteam, keine Eigenwerbung und auch keine Werbung für die Bücher anderer Blogteammitglieder – aber heute mache ich eine Ausnahme, denn zwei meiner Krimihelden sind nun einmal zumindest zur Hälfte die Schöpfung eines Blogteammitglieds. Die Rede ist vom nachdenklichen Kriminalkommissar Alfred Poggel und seiner handfesten Vermieterin Anna Puff. (mehr …)

Abteilung 4: Die unbekannten Bekannten (1): Anna Ritter

Ich wollt‘, ich wär‘ des Sturmes Weib

Ich wollt‘, ich wär‘ des Sturmes Weib,

Es sollte mir nicht grausen,

Auf Felsenhöhen wohnt‘ ich dann,

Dort, wo die Adler hausen.

Die Sonne wäre mein Gespiel,

Die Winde meine Knappen,

Mit dem Gemahl führ‘ ich dahin

Auf flücht’gem Wolkenrappen.

 

Frei würd‘ ich sein und stolz und groß,

Die Königin der Ferne,

Tief unter mir die dumpfe Welt

Und über mir die Sterne!

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Krimihelden: Im Kopf des Killers: Tony Hill + Carol Jordan

Der Sirenengesang des Ermittlergespanns der schottischen Autorin Val McDermid suchte mich auf dem Flughafen von Cancun heim, als ich in einer Buchhandlung nach Lektüre für den langen Heimflug suchte. 2002 erschien der erste Band der Serie „The Mermaids Singing“ (dt.: „Das Lied der Sirenen“). (mehr …)

Staunen für hundert Jahre

Ich kam von der Odenberger Straße, überquerte die Eberswalder Straße und stand vor diesem Kasten, der mich schon von der anderen Straßenseite angelächelt hatte. Genau genommen waren es zwei Kästen, nicht exakt gleich, mit Türen und Vorhängen, unegal zueinander, hätten wir früher als Kinder gesagt. „Photographiere dich selbst!“ riet ein Schild, und rote Zahlen versprachen 4 Aufnahmen für  2 €. Ein »Projekt Photoautomat« stellt seit 2004 alte analoge Passfotoautomaten in Berlin auf. (mehr …)

Krimihelden: Vom alten Rom bis ins mittelalterliche England

Die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton waren es wohl, die bei mir den Funken gezündet haben für eine Leseleidenschaft, die bis heute anhält. Rätsel lösen, Geheimnissen auf die Spur kommen, Verbrecher dingfest machen, Gerechtigkeit herstellen. Darum geht es doch in Krimis, oder? Meistens jedenfalls. (mehr …)

Burka von Stefan Schulz

Stefan Schulz wurde 1970 in Jena geboren. Schon als Kind war er Mitglied in der schulischen Arbeitsgemeinschaft »Junge Autoren«, doch geriet die Leidenschaft für das Schreiben dann neben Broterwerb und Musikbegeisterung für einige Jahre ins Hintertreffen. Erst nachdem sein Sohn das Haus verlassen hatte, widmete er sich wieder dem Schreiben – mit einigem Erfolg. 2015 bekam er bei einem Literaturwettbewerb einen Anerkennungspreis für seine Kurzgeschichte »Puderzucker«, 2016 errang er nun mit seiner im Folgenden zu lesenden Geschichte »Burka« den ersten Platz beim Putlitzer Preis. Aktuell arbeitet er an seinem Debütroman.

Burka

Navid wusste viel über die Deutschen, schließlich hatte er ihre Sprache studiert. Aber dass sie sich mitten in der Stadt nackt neben einen Container der Kleiderspende kauern, war ihm neu. Den Kopf zur Seite geneigt, betrachtete er den jungen Mann, der so schlimm zitterte, als wäre Winter. Trotz der späten Stunde schlenderten Menschen durch die Stadt, was die missliche Lage des Hüllenlosen noch verschlimmerte. (mehr …)

Liebe Leserinnen und Leser des Zweiundvierzigers,

in den vergangenen Blogmonaten und -jahren haben Sie die unterschiedlichsten Facetten des Schreibens als Kunst, Leidenschaft und Handwerk kennengelernt. Sie haben mit uns Spaziergänge zu verstorbenen Autoren unternommen, haben erfahren, dass die Realität oft befremdlicher sein kann als jegliche Fiktion, haben von Plan- und Dialektsprachen gelesen, etwas über Schreibverhinderer und über Schreibbeflügler gelernt, Lesetipps von uns bekommen und uns auch sonst in verschiedener Hinsicht über die Schulter geschaut.

Nur über das, was auf den weißen Blättern oder Bildschirmen entsteht, haben wir bisher die Hand gehalten.

Nun sind wir alle Autorinnen und Autoren, Schriftsteller, Schreiberlinge. Wir tippen nicht nur hin und wieder einen Beitrag für diesen Blog, wir beschäftigen uns intensiv mit Sprache, mit den Möglichkeiten, Themen, die uns am Herzen liegen, eine Form zu geben, Situationen und Empfindungen auszudrücken und Sie als Leserin und Leser mitfiebern zu lassen. Wir probieren aus, schreiben, veröffentlichen. Davon haben Sie hier im Blog bisher nichts zu lesen bekommen. Sie mussten schon den Buchhandel bemühen und sich eines unserer Bücher kaufen.

Das wollen wir nun ändern – aber nur ein bisschen. Unsere Bücher sollen Sie selbstverständlich weiter im Buchhandel kaufen. Im „Schaufenster“ stellen die 42erAutorinnen und -Autoren demnächst ein bis zwei Mal im Monat ihr Können zur Schau: in Kurzgeschichten, Glossen, Romanauszügen, Essays. Den Anfang macht Stefan Schulz morgen mit seiner Kurzgeschichte „Burka“. Er ist zwar kein 42erAutor, aber diesjähriger Gewinner des Putlitzer Preises, den der 42erAutoren e.V. jedes Jahr ausschreibt. Stefan Schulz hat uns freundlicherweise genehmigt, seinen Text hier zu veröffentlichen. Dafür danken wir ihm herzlich und weisen darauf hin, dass der Text lang vor der aktuellen Debatte entstand – gute Literatur ist eben ihrer Zeit gerne mal voraus.

Mögen Sie am Schaffen der 42erAutorinnen und -Autoren viel Freude haben.

Ihre und Eure
Andrea Gunkler

 

Krimihelden: Ich lese keine Krimis … es sei denn …

Krimis lese ich nicht. Es macht mir keinen Spaß, die Überlegungen des Kommissars nachzuvollziehen, mitzurätseln, den Mörder, den Dieb oder den Was-auch-immer zu jagen und mich zu freuen, wenn ich behaupten kann, dass ich den Übeltäter früher identifiziert habe als der Ermittler. Es sei denn, der Ermittler heißt Kristof Kryszinski. (mehr …)

Truth is stranger… Die gute alte Zeit

Kürzlich bekamen wir eine Einladung zu einer Praxiseröffnung. Das ist, für sich genommen, keine Geschichte wert, doch erinnerte mich das wunderbar seriöse Hochglanzbild des Praxisgründers an ‚die gute alte Zeit‘.

Der junge Mann, der im Weiteren Peter genannt werden soll, besaß während des Studiums nämlich vor allem einen großen Ehrgeiz: Nicht eine Party zu verpassen. (mehr …)