Veröffentlichungen

An alle Krimischreiber (und solche, die es werden wollen)

Du sagst, Recherche gehört zum Handwerkszeug? Genauso wie Orthographie und Grammatik?

Recht hast du. Wer sein Manuskript auch nur halbwegs ernst nimmt und sich und potentiellen Lesern Peinlichkeiten ersparen will, dem bleibt dieser Schritt nicht erspart. So weit, so klar.

Aber muss ich wirklich für jeden lauwarmen Kaninchenflatus die Presseabteilung der Polizei aus dem Winterschlaf klingeln? Geht’s nicht auch ohne persönlichen Draht zum Freund und Helfer des Vertrauens?

Jein. (mehr …)

„Entschuldigen Sie? Können Sie lesen?“

Offensichtlich ja! Das ist schön, denn das qualifiziert Sie zum Testleser eines (zukünftigen) Bestsellers!

Im Leben eines jeden Autors kommt nämlich der Moment, wo er den Punkt hinter sein persönliches Äquivalent zu: „ …dann leben sie noch heute“, setzt und dann, dann wird es unerfreulich, denn dann kommen die Testleser ins Spiel. (mehr …)

Exklusiv: Die Legendenformel enthüllt!

In der heutigen Ausgabe unserer kleinen Schreibschule, enthüllen wir, wie man es schafft, eine der schönsten Frauen der Zeit zur heiraten, die eigenen Romane mit Weltstars (Brad Pitt, Leonardo DiCaprio, Robert Redford, Mia Farrow) verfilmt zu bekommen, wie ein Popstar gefeiert zu werden und trotzdem verarmt, einsam und alkoholkrank zu sterben: Voila!

F. Scott Fitzgeralds kleine Schreibschule – oder The Great Legend

1)    Es stimmt, die hübschen Mädchen fliegen auf Autoren!

2)    Wenn dir nichts einfällt, dann beschreibe einfach deine Ehefrau (s.1)

3)    Wenn dir nichts einfällt, dann sieh doch mal im Tagebuch deiner Frau nach, vielleicht gibt es da eine nette Formulierung? (s.1)

4)    Jeder liest gern, dass es den Reichen und Schönen auch nicht ganz so gut geht

5)    Wenn du Geld brauchst (und schöne Ehefrauen kosten Geld), dann nimm einfach eine schon verkaufte Geschichte, ändere ein paar Namen, den Titel (ganz wichtig!) und verkaufe sie derselben Zeitschrift nochmal*

6)    Wenn der Lifestyle stimmt, verkauft sich auch mal eine mittelmäßige Shortstory

7)    Werde zur Legende!

 

Extrahiert aus: F.Scott Fitzgerald: Ein Diamant, so groß wie das Ritz

von Ihrer Joan Weng

 

*darüber freuen sich später auch die Anglistikstudenten, weil die dürfen dann eine gemütliche Doppelstunde diskutieren, ob bei geänderten Namen und geändertem Titel eigentlich noch die gleiche Story vorliegt oder nicht.

Ein Königreich für ein Büro!

Ich bin Schriftstellerin und ich bin privilegiert, denn ich habe ein eigenes Arbeitszimmer. Es ist klein, aber mein. Und es ist in unserem Haus. Es ist Durchgangszimmer zu einem der Badezimmer. Es hat eine Tür, die nicht abschließbar ist. Der Blick aus dem Fenster geht in Nachbars Garten.

Ich kenne einige Kollegen, die einen Schreibtisch haben. Im Schlafzimmer, in der Wohnzimmerecke, in der Diele, im Hauswirtschaftsraum. Sie habe eine Arbeitsecke, kein Arbeitszimmer, so wie ich. Und dann gibt es noch solche, die einen Laptop haben und ihn am Wohnzimmertisch, in der Küche, im Schlafzimmer, im Cafe, aufklappen und schreiben.

Als Schriftsteller kann man theoretisch überall schreiben, habe ich gehört. Ich kann das nicht. Ich brauche meinen Raum, meinen Schreibtisch.

Und – ich brauche meine RUHE!

(mehr …)

Exklusiv: Die Bestsellerformel enthüllt!

Wer Rhonda Byrnes „The Secret“ gelesen hat, der weiß, es ist vollkommen egal, wie gut oder schlecht dein Zeugs ist, solang du nur wacker an dich selbst glaubst, wird’s schon werden. Und notfalls kann man sich den Bestsellererfolg ja auch mundgerecht vom Universum liefern lassen.

Für all diejenigen unter unseren Lesern, die allerdings glauben, Ihre schriftstellerische Laufbahn könne darüber hinaus etwas fachmännischen Rats bedürfen, enthüllen wir hier von nun an exklusiv und in loser Folge: Die Erfolgsgeheimnisse der größten Autoren,

Heute:

Dan Browns kleine Schreibschule

 (Originaltitel: „Die Bestseller-Formel“)

  1. Wozu Fachwissen, wenn Halbwissen reicht?
  2. Ein solider Plot kann auch mit kleinem Wortschatz erzählt werden.
  3. Wähle ein Setting, das deine Leser nie besuchen werden. Das spart mühsame Recherche.
  4. Klingt ein Begriff in deiner Muttersprache belanglos, übersetze ihn in eine Fremdsprache.
  5. Auch frei erfundene Fachbegriffe erzeugen Glaubwürdigkeit.
  6. Unterschätze niemals die Wirkung von Name-Dropping.
  7. Überschätze niemals deine Leser.

 

Extrahiert aus: Dan Brown: Sakrileg

von Ihrem Christoph Junghölter

Traust du dich?

Auf meinem alten Schulweg zur Grundschule gab es einen Spielplatz, der war ziemlich heruntergekommen und man munkelte, dass es unter den großen Kindern als besondere Mutprobe galt, vom Rutschenturm zu springen. Ob das stimmt, weiß ich nicht – als ich in das Alter für solche Späße kam, hatte man längst einen Parkplatz aus dem ganzen Gelände gemacht –, aber was ich weiß, ist: Der open Mike ist das literarische Pendent zu diesem Rutschenturm.

Jedes Jahr so Mitte/ Ende Mai kommt auf uns junge Autoren die Frage zu: Traust du dich?

Der seit 1993 jährlich stattfindende open Mike ist vermutlich der größte und renommierteste Wettbewerb für junge Autoren (bis 35), literarische Größen wie Karen Duve und Judith Zander sind aus ihm hervorgegangen, und auch die nominierten Liste liest sich ein bisschen wie ein who’s who.

Und da fragt man sich dann eben doch: „Ist es nicht Hybris, mich mit diesen Größen auf eine Stufe zu stellen? Und sei es nur im Geiste?“

Und was, wenn man tatsächlich in die Endauswahl käme, dann müsste man vor Gottweißwievielen, potentiell bösartigen Zuhörern lesen (schauderzitterangstschweiß)? Und was, wenn die dann an den falschen Stellen lachen?

Und was, wenn ich nicht auf die Nominiertenliste komme, was sagt das über mich aus? Bin ich dann ein schlechter Autor? Oder ein guter Autor mit einem schlechten Text? Oder ein guter Autor mit einem guten Text, der nur nicht gut ankam? Oder eben doch einfach ein schlechter Autor mit miesem Text?

Da diese Autorin sowieso von Visionen sich halbtotlachender Jurymitglieder gepeinigt wird, ist meine feige Entscheidung auch dieses Jahr gefallen, aber wer Schneid hat, kann seinen Text noch bis 10.07 hier (http://www.literaturwerkstatt.org/de/open-mike/ausschreibung-2013) einreichen.

Meine Bewunderung ist ihm gewiss.

Ihre Joan Weng

Ungewöhnliche Autoren

Die meisten Autoren, die ich kenne, würden jederzeit bestätigen, dass sie ganz unerhört ungewöhnliche und sagenhaft besondere Menschen sind.  Interessanter Weise gilt das allerdings auch für sämtliche Lehrer, Zahnärzte und sogar die Steuerberater in meinem Bekanntenkreis – offensichtlich ist ein faszinierender Charakter nicht zwangsläufig an den Beruf gekoppelt und deshalb sollen in dieser Artikelserie über ‚ ungewöhnliche‘ Autoren auch die Persönlichkeiten der Autoren außer Acht gelassen werden. Vielmehr geht es um die literarischen Arbeiten von Personen, die man in der Regel eben nicht als Autoren kennt oder wahrnimmt.

 

Heute: Marilyn Monroe  (1926 -1962)

Marilyn Monroe und ihr tragisches Leben ist Gegenstand einer Unzahl von literarischen und filmischen Bearbeitungen geworden, darunter auch so großartige Werke wie Joyce Carol Oates für den Pulitzer (ohne t!) – Preis nominierter Roman „Blond“ oder den 2012 oscarnominierten Spielfilm „My Week with Marilyn“.

Dass Marilyn Monroe gern und ganz ohne Scheu vor großen Namen wie Dostojewski und Joyce las, dürfte heute den meisten ihrer Bewunderer geläufig sein, dass sie aber auch selbst dichtete, ist nur wenigen bekannt.

Stanley Buchthal und Bernard Commet haben nun ihre zahlreichen, sich über mehrere Jahrzehnte erstreckenden Gedichte und Gedichtfragmente gesammelt und in aufwendiger englisch/ deutscher Ausgabe dem Leser zum Geschenk gemacht. Neben den teilweise handschriftlich abgebildeten Versen, bietet der bei S. Fischer erschienene Titel „Marilyn Monroe – Tapfer Lieben“ aber auch eine Vielzahl  beeindruckend schöner Fotografien der (lesenden und schreibenden) Monroe im Wandel der Zeit.

Prädikat: Absolut empfehlenswert, nicht nur für Monroe -, sondern allgemein für Lyrikfans.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Joan Weng

Krimischreiber aufgepasst!

Wir 42er wollen im Rahmen dieses Blogs auch immer wieder auf interessante, uns lohnenswerte Ausschreibungen fern des Einheitsbreis aufmerksam machen. Der erste Hinweis gilt all denen unter unseren Lesern, die gern morden (auf dem Papier wohlgemerkt!).

Der Rowohlt-Verlag lädt zehn ausgewählte Autoren und Autorinnen im November zur Krimischule, dem besten Teilnehmer winkt ein Buchvertrag!

Alles Nähere unter diesem  Link:

Annahmeschluss: 31.07.2013

Immer diese lästige Steuer

Ihr seid neben Eurem Brotberuf als Schriftsteller unterwegs und in der glücklichen Lage, damit hin und wieder sogar Geld zu verdienen? Dann stellt sich über kurz oder lang die Frage, ob und in welcher Höhe unser Staat hiervon profitieren möchte. Der Wissenschaftsverlag Erich Schmidt hat hierzu eine prägnante und übersichtliche Information als pdf-Datei ins Netz gestellt.

 

Fanfaren, Federvieh und Freiherren

Ein Gastbeitrag von Dorit David:

Die ersten siebzig Minuten war ich happy, aber als mir klar wurde, dass der 3. Platz nicht an mich gehen würde, bekam ich unverhofft Stress und dachte: „Mist, wenn du jetzt „bloß“ auf dem zweiten bist, dann …“ (mehr …)