Back und up – Fitnessübungen am Computer für Autorinnen und Autoren

»Hilfe, mein Computer spinnt! Ich komme nicht mehr an meine Daten und der schon zwei Mal hinausgeschobene, jetzt letztgültige Abgabetermin ist morgen! Was mache ich nun?«

Die richtige Antwort auf diesen Aufschrei wäre der Hinweis auf den nächsten Baumarkt, weil es da günstig Haken und Seil gibt, an dem sich Autor oder Autorin aufhängen können, vorausgesetzt er/sie können mit dem Schlagbohrer umgehen um den Dübel für den Haken richtig zu setzen. Doch ich bezweifle, dass jemand, der nicht für ordentliche Datensicherung sorgt, einen gesunden Selbstmord auf die Reihe bekommt.

Die Ausrede  »Ich hatte so viel um die Ohren, da konnte ich an Datensicherung nicht denken.« gilt heute nicht mehr. Man muss nicht ständig an Datensicherung denken, sondern nur einmal und zwar dann, wenn man sie einrichtet. Von da an läuft das automatisch im Hintergrund. Mac-Anwender haben ihre Time Machine und die funktioniert so hervorragend, dass jeder, der die unkomplizierte Einrichtung dieses Backup-Systems unterlässt, mit öffentlicher Zurschaustellung bestraft werden müsste.

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Tritt ein Problem auf, startet der Mac-Anwender die Zeitmaschine und geht in der Zeitleiste so lange zurück, bis er die gesuchten Daten gefunden hat. Ein Mausklick genügt und sie sind wieder da, wo sie hingehören. Mit diesen Sicherungen lässt sich auch ein defektes System wiederherstellen oder eine Migration (zu einem neuen Mac) durchführen.

 

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Aber auch Windows-Anwender haben keine Ausrede mehr. Das betriebssysteminterne Backup sichert unter Windows 7 täglich, unter Windows 8 stündlich. Man muss es ihm nur sagen, und zwar über  Systemsteuerung > System und Sicherheit > Sichern und Wiederherstellen. Dort legt man die Einstellungen fest, lässt Windows entscheiden, was gesichert werden soll oder regelt das einmal selbst (die bessere Variante).  Vor allem sagt man ihm, WANN gesichert werden soll. Bei nur einer Sicherung am Tag bieten sich der Morgen, die Mittagszeit oder der Abend an. Ist stündliche Sicherung möglich,  sollte man die auch zulassen. Man merkt das meistens nicht. Wenn doch, steht eine Systemrunderneuerung an. Meistens reicht es schon, den Hauptspeicher zu erweitern. Wenn der Computer zu alt ist, sollte eine Neuanschaffung erwogen werden. Auf jeden Fall sollte ein Systembild in die Sicherung mit eingeschlossen werden, um bei der Zerstörung des Systems (kann u. a. bei Stromausfall oder Update passieren) eine schnelle Wiederherstellung zu erreichen.

 

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Sichern kann man auf eine externe Festplatte oder in der Cloud. Ich ziehe für meine Grundsicherung die externe Festplatte vor. Die kostet heute nicht mehr die Welt, ist schon ab 50 Euro in ausreichender Größe zu haben. Wer sich eine hausinterne Cloud einrichten will, bekommt externe Festplatten, die sich an den Router anschließen lassen, bereits für wenig mehr als 100 Euro. Und wer es ganz groß und sicher will, der kauft sich einen NAS. Nein, das ist kein persönlicher Betreuer vom NSA, sondern ein Network Attached Storage, ein Netzwerkspeicher oder genauer: Netzgebundener Speicher.

Wenn ausreichend Speicherplatz zur Verfügung steht in der Cloud, kann auch diese zur Sicherung genutzt werden. Ich persönlich ziehe zwar für das Gesamtbackup den eigenen Speicher im Haus vor, speichere aber mein aktuelles Projekt auch immer in der Dropbox. Der Vorteil ist, dass ich dann von jedem Computer aus an dem Projekt weiterarbeiten kann. Das ist dann wichtig, wenn mein Mac mal kaputt ist. Reparatur dauert in der Regel ein paar Tage. In dieser Zeit kann ich aber trotzdem an meinem Projekt weiterarbeiten, sogar vom ungeliebten Windows-PC aus.

Datenverlust darf also für Autoren kein Thema sein. Wer trotz dieser einfachen und bequemen Backup-Möglichkeiten darauf verzichtet, verdient im Schadensfall das Mitleid nicht.

Ihr Horst-Dieter Radke

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