Bunt und Phantastisch

In der ersten Folge unserer Reihe über Literaturzeitschriften stellen wir Ihnen drei Projekte vor, die sich der phantastischen Literatur widmen.

Exodus, das „Magazin für Science Fiction Stories & phantastische Grafik“ erschien erstmalig im Jahr 1975. Von 1980 bis 2003 gab es allerdings eine Pause. Dann machten sich die Herausgeber René Moreau, Heinz Wipperfürth und Olaf Kemmler wieder an die Arbeit und es folgte Heft auf Heft. Meist zweimal im Jahr. In immer gediegenerer Ausstattung. Bis Nummer 23 noch im Schwarz-Weiß-Druck, ab Nummer 24 dann im Farbdruck. Die Herausgeber haben ein Händchen für gute Stories und herausragende Grafiker. Jede abgedruckte Erzählung wird illustriert, jeweils von einem anderen Künstler. Außerdem stellt jedes Heft einen Grafiker vor, mit ganzseitigen, zumeist farbigen Abbildungen. Das Heft 26 (3/2010) ist Helmut Wenske gewidmet und erschien 2012 bereits in einer nachgedruckten Auflage. Das Heft 24 (Gabriele L. Berndt und ihrem „malerischen Futurealismus“ gewidmet) erlebte sogar drei Auflagen (die letzte 2015). Aktuell ist Heft 34 und die nächste Ausgabe kommt bestimmt. Wer sich für Science Fiction Stories und phantastische Grafik interessiert, kommt an dieser professionellen, großformatigen Zeitschrift nicht vorbei. Ein Lesevergnügen ist jede Ausgabe. Das Abo kostet 36 Euro für 3 Ausgaben, was angesichts der hochwertigen Ausstattung der Zeitschrift als günstig einzuschätzen ist. Das Abo verlängert sich nicht automatisch.

 

Wer gerne die gruselige und schaurige Abteilung der phantastischen Literatur mag, ist mit der Zeitschrift ARCANA gut bedient. Herausgegeben wird sie seit 2002 von Gerhard Lindenstruth und Robert N. Bloch. Sie erscheint zweimal jährlich im Lindenstruth Verlag. Die im A5-Format geheftete Zeitschrift atmet auf den ersten Blick noch einen Hauch alter Ulcus-Molle-Gegenkulturliteratur, ist aber innen tadellos layoutet und lektoriert. Es finden sich alte und neue phantastische Schauergeschichten, Rezensionen und gelegentlich auch Essays. Die Nummer 20 (Februar 2015) kam als „Sonderheft Frankreich“ und enthielt ausschließlich Erzählungen von französischen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Abonnenten erhielten dann mit der No. 21 1/2 eine Weihnachtsüberraschung, nämlich 7 weitere Erzählungen französischer Autoren. Sie wurde im normalen Abonnement nicht gerechnet, was angesichts des günstigen Abopreises – 12 Euro für 3 Hefte, das Abo endet dann, wird nicht automatisch fortgeführt und muss erneuert werden – beachtlich ist. Aktuell ist derzeit die No. 22 (März 2016). Mit No. 23 wird für den Herbst gerechnet.

Ein ganz ungewöhnliches Literaturprojekt ist die Reihe BunTES Abenteuer des Erfurters Gerd-Michael Rose. In kleinen Heftchen erscheinen kurze und längere Geschichten aus den Bereichen Science Fiction, Phantastik und Abenteuer. Längere Erzählungen werden schon mal auf zwei Hefte aufgeteilt. Dabei kommen zeitgenössische Autoren dieser Genres zum Zuge (z. B. Gerd Frey, Peter Hartmann, Ingo Scharnewski), aber auch Autoren der amerikanischen (Mary E. Wilins Freeman, Stanley G. Weinbaum u.a.), englischen (John Buchan) und russischen (Alexej N. Tolstoi, Wassilli Golowtschow) phantastischen Literatur. Man kann die Heftchen einzeln bestellen oder im Abonnement beziehen. Jede Ausgabe kostet 2,50 Euro, was nicht viel ist. Das Format eignet sich gut, es einzustecken und bei passender Gelegenheit zu lesen. Die aktuelle Nummer ist ein Doppelheft Nr. 35/36 mit der Erzählung »Die rote Peri« von Stanley G. Weinbaum.

Ihr Horst-Dieter Radke

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