Joan liest gerade: Dorothy Baker – Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

Was für ein Titel! – allein dafür muss man Dorothy Bakers Debut doch lieben, nicht wahr?

Mir jedenfalls erging es so und dann erging es mir mit diesem Buch wie dem Protagonisten Rick Martin, als er Amy North begegnet: Ich konnte mich für nichts Anderes mehr begeistern.

Die Geschichte von Rick, einem Weißen aus den Slums von Los Angeles, ist weder besonders neu noch besonders originell – was der Erzähler im Vorwort auch offen zugibt.

Rick liebt die Musik, besonders den Jazz, und da er imAmerika zur Zeit der Prohibition lebt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass er eine Karriere als Trompeter in einer Band beginnt. Er ist hübsch, diszipliniert und erfolgreich, hat gute Freunde und liebt, was er tut, bis zu dem Moment an dem er der schönen Amy North begegnet. Von da an liebt er nur noch Amy – aber liebt die ihn auch?

Der kleine Roman ist ungemein fesselnd geschrieben und dabei so atmosphärisch dicht, fast meinte man, beim Lesen den rotzigen Jazz der Flüsterkneipen, das Klackern von Gläsern, das schrille Lachen Betrunkener zu hören. Doch das Buch bietet mehr als nur eine amüsante Zeitreise. Wenn Rick schließlich seinem unausweichlichen Ende entgegentaumelt, dann besitzt der Roman, was auch seinen Protagonisten ausmacht: künstlerische Größe und die Tragik eines Dramas.

Beeindruckte Grüße von

Joan Weng

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