Die Putlitzer Preisverleihung 2026
von Achim Friker
Sechs aus Achthundert — und was für sechs.
Für den Putlitzer Preis® 2026 hatten sich über 800 Autorinnen und Autoren beworben. Sechs wurden schließlich bei der Preisverleihung am 16.6.2026 um 18 Uhr in der Putlitzer Kirche St. Nikolai öffentlich vorgetragen. Sechs unterschiedliche und auf jeweils eigene Art geniale Texte:
Platz 1: Anna Maria Meyer aus Bremen mit „Mutterboden“
Platz 2: Sony Nico Rück aus Wiesbaden mit „Durchhalten“
Platz 3: Natalie Bock aus Wien mit „Bis das Licht wieder da ist“
Platz 4: Hannah Krahn aus Braunschweig mit „Ich bring dich da schon durch, Hancock“
Platz 5: Adam Reichert aus Berlin mit „Durch den Schnee“
Platz 6: Kristina Sambs aus Mintraching (Bayern) mit „Der Langenbacher und der Tod“
Die 42er und die Putlitzer wissen, was sie einander bedeuten. In Putlitz hat der Verein eine Heimat gefunden, und der Verein hebt Putlitz auf eine deutlich größere Bühne, als man bei einem kleinen Städtchen in der Prignitz erwarten könnte.
Das Fernsehen berichtet im Vorfeld, die Landtagsabgeordnete Katrin Lange beehrt uns. Gefühlt ist der ganze Ort auf den Beinen: Fanfaren, Suppe, Deko, die Trophäen und dazu hundert andere wichtige Dinge, ohne die nichts läuft. Für alles findet sich jemand im Ort, damit das Fest rundum gelingt.
Wir 42er haben allen Grund, den vielen helfenden Händen unendlich dankbar zu sein. und wir sind es auch.
Und dann geht‘s los, und zwar stürmisch:
Das Fanfaren-Corps spielt die Juwelen seines Repertoires. — Man sieht den Aktiven die Anspannung an. Sie haben ordentlich trainiert, und jetzt soll auch das rhythmisch anspruchsvolle Finale klappen. Und natürlich klappt es perfekt!
Vor der Kirche und mit Pauken und Fanfaren versammeln sich Gäste, Verantwortliche von Putlitz, die 42er und die Siegerinnen und Sieger.

Vorne weg 3 Siegerinnen, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, welchen Platz sie belegen. Von links nach rechts: Kristina Sambs, Natalie Bock, Anna Maria Meyer.
Sony Nico Rück
Carola Pirow, das Herz des Ortes:

Bürgermeister Udo Burzyk neben Kommunalpolitikerin Susanne Steenbuck aus der Partnerstadt Kaltenkirchen und Torte!
Auch der ehemalige Bürgermeister Danneberg ließ es sich nicht nehmen zu kommen:


Die fantastische und engagierte Vorständin der 42erAutoren Silke Elzner:
In den Startlöchern die bezaubernde Moderatorin Sophie:
Die Gemeinde — aktuell ohne Pfarrer — stellt wieder die Kirche zur Verfügung. Das ist der größte verfügbare Raum am Ort, und den braucht es auch, denn die Bänke sind gut gefüllt. Klaus Pirow, der Gemeindevorsteher ist da, und wo er nicht ist, wirbelt seine Frau Carola. Das Haus „Gans, Edle Herren zu Putlitz“ ist vertreten durch die Mutter des Schirmherrn Moritz Gans Edler Herr zu Putlitz Susanne zu Putlitz. Udo Burzyk, der Bürgermeister, überreicht den 42ern zum Dank ihrer Verdienste um den Ort eine Buttercreme-Torte. Lecker war die! Aber es gab sie natürlich erst im Anschluss.
Moderatorin Sophie Kamann und Vorstand Achim Friker, dessen Rauschebart am Mikrofon scheuert und so tatsächlich rauscht, führen durch die Veranstaltung.
Achim zieht eine Parallele von der Ehrung weltlicher Literatur in einer Kirche zur Bedeutung des freien Wortes in ostdeutschen Kirchen für die jüngere deutsche Geschichte, und er erinnert an Ulla Berndt, die gute Seele und langjährige straffe Macherin in Putlitz, die vor vier Monaten bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Diese Worte hallten nach und wurden im Nachgang lobend von Anwesenden erwähnt.
Sophie stellt die Autorinnen und Autoren vor und präsentiert Laura Schulz, Maja Hofmann, Sophie Schröder, Ole Reichetanz und Nele Harz vom Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium in Pritzwalk, die dieses Jahr die Siegertexte lesen. Sophie Kamann selbst hat sie im Vorfeld trainiert, mit Unterstützung von Lehrerin Kirchner, die gar nicht ins Rampenlicht gezerrt werden will, dann aber doch stolz auf ihre Schule in die Kameras der lokalen Berichterstatter lächelt. Und das zu Recht. Die Schülerinnen und Schüler lesen ohne viel Pathos und gerade darum umso eindrucksvoller.
Eigens für den Anlass komponierte Musik erklingt. Hendrik Wielgosz, der gern mit Absolventinnen und Absolventen der Musikschule aus Pritzwalk vor Ort Livemusik gemacht hätte, hat die Buchstabenfolgen der Siegertexte in Noten umgewandelt. Experimentell, stimmungsvoll, manchmal ein wenig verstörend — ganz wie die Texte selbst.
Im Publikum sitzt eine Delegation aus der Partnerstadt Kaltenkirchen. In der dortigen Stadtbibliothek werden die Putlitzer Texte im November zelebriert. Allerdings sind es dann nicht Schüler, die lesen, sondern Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker, die mit ihrer Vortragskunst um die Gunst der kulturbeflissenen Bürgerinnen und Bürger wetteifern — wer glaubt, das sei unpolitisch, sei eines besseren belehrt. Der Verteilungskampf „Wer darf welche Geschichte lesen“ beginnt bereits bei der Siegerehrung in Putlitz.








