Ingrid liest: P. E. Jones, Auge – erstes Licht (Science Fiction)

Science Fiction sehe ich gern im Kino, am liebsten in 3D und mit Surround Sound. Aber so etwas lesen? Für ein Textarbeitswochenende musste ich mich in die unbekannte Materie einarbeiten – und nach dem Wochenende wollte ich den Roman unbedingt lesen.

Worum geht’s? Nach mehr als zweihundert Jahren Krieg zwischen der Erde und ihren Kolonien ist endlich ein Waffenstillstand in Sicht. Doch eine Untergrundbewegung will das Abkommen unbedingt verhindern. Die psionisch begabten Mutanten, die von der Erdregierung ursprünglich als Supersoldaten gezüchtet wurden, fürchten, dass sie an die Erde ausgeliefert werden sollen. Nach einem Anschlag auf den Botschafter der Erde an Bord des kolonialen Raumschiffes Nyx fällt der Verdacht auf den neuen Piloten. Der hochbegabte Mutant Jameson McAllister ist der Einzige, der das Raumschiff, einen per Gelmatrix angetriebenen Prototypen, fliegen kann. Aber er soll mit dem Untergrund sympathisieren und saß eben noch wegen Verdachts auf Hochverrat im Gefängnis. Nur Lieutenant Commander Deirdre MacNiall, selbst angeschlagen nach einer gescheiterten Ehe, glaubt nicht an McAllisters Schuld. Sie setzt alles daran, ihn zu schützen und die Mission der Nyx zu einem glücklichen Ende zu führen.

„Auge – erstes Licht“ ist ein spannender Science-Fiction-Thriller – und der erste Teil einer fünfteiligen Reihe, dementsprechend groß ist die Welt angelegt. Im Mittelpunkt stehen die Besatzungsmitglieder der Nyx, allen voran Deirdre und Jamie, zwischen denen sich leise eine Liebesgeschichte anbahnt. Es geht um Mutanten, Experimente und psionische Begabung, um zwischenmenschliche und -mutantliche Beziehungen, Intrigen und große Politik. Technische Details spielen genretypisch eine Rolle, vor allem rund um den Antrieb der Nyx, aber sie drängen sich nicht in den Vordergrund. Manchen Scifi-Fans mag das zu wenig technisch sein, aber für mich war’s genau richtig. Die Story zählt. Es war mir ein Vergnügen, den Roman zu lesen, und ich würde gern wissen, wie es mit Deirdre, Jamie und dem Rest der Besatzung weitergeht.

Dafür braucht’s ein bisschen Geduld. Bis die Autorin einen neuen Verlag für die ganze Reihe gefunden hat, ist leider auch der erste Teil nicht mehr erhältlich. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Stay tuned!

Ihre
Ingrid Haag

PS: Wir machen auch im Dezember mit bei der „Lese-Challenge 2018: Reise durch die Genres“ von Gerngelesen.