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Einfach weitermachen

Ich hatte vor vielen Jahren einen Liebhaber, der immer Pizza bestellte, wenn er mich besuchte, weil er sich sicher war, dass ich nicht kochen kann. Das eigentlich Merkwürdige daran war, dass ich nie versucht hatte, für ihn zu kochen – er konnte über meine diesbezüglichen Fähigkeiten also überhaupt nichts wissen. (mehr …)

Einmal alles, bitte!

Wenn wir sonntags bei meinen Eltern zum Essen eingeladen sind, und es Tonnen von Gulasch mit Spätzle und Brösel gab, und sogar mein verfressener Bruder ist so richtigrichtig satt, und mein Neffe ist vor Sattheit schon ganz ungewohnt still, und dann kommt mein Dad aus der Küche und ruft mit vor Verzweiflung überschnappender Stimme: „Und der Schokopudding? Der Schokopudding mit der Schlagsahne, der hält sich doch nicht! Den können wir jetzt nicht verkommen lassen! Jeder wenigstens ein kleines Schälchen!“, dann überkommt mich manchmal dieses Gefühl … (mehr …)

Dürftige literarische Diät…

Vorab ein Geständnis: Die Idee für „Autoren und Kochen“ stammt von mir. Es war Ende Juli, drückend heiß, ich hatte gerade Agatha Christies „Sparkling Cyanide“ gelesen und irgendwie verführte mich dieser erfrischend klingende Titel zu dem Vorschlag: Lasst uns doch über Autoren und Kochen schreiben. Außerdem hatte ich glaub‘ Hunger… (mehr …)

Exklusiv: Die Marseille-Formel enthüllt

Kleine Schreibschule Jean-Claude Izzo

1. Ein Protagonist muss viele Leute kennen.
2. Dann fällt es nicht auf, wenn öfter mal einer von ihnen stirbt.
3. Er muss auch viele Frauen kennen.
4. Es macht nichts, wenn der Leser nicht weiß, welche Frau er eigentlich liebt, denn wieso soll es dem Leser
besser gehen als dem Protagonisten.
5. Und wen interessiert das überhaupt, wenn Alain Delon bei der Verfilmung die Hauptrolle spielt.
6. Ein Ort wie Marseille ist ein guter Schauplatz für Kriminalromane: Dreckig, laut und voll von Mafiosi und
Arabern.
7. Erwähne hin und wieder Angeltouren auf dem Mittelmeer, gutes Essen und wohlschmeckende Weine, damit es nicht zu
trostlos wird.
8. Häng’ eine Diskografie an, vielleicht mögen die Leser wenigstens die Musik Deines Protagonisten.

Für Sie exzerpiert aus Jean-Claude Izzo „Die Marseille-Trilogie“ von Dorrit Bartel

Wer nach Rezept kocht, ist feige

Ich schreibe, also bin ich Schriftstellerin.

Aber – es gibt zwar Esspapier –  Schreiben allein macht nicht satt. Wenn Sie jetzt glauben, in diesem aufschlussreichen Beitrag ginge es um Finanzen und Gewinn – weit gefehlt. Es geht um (mehr …)

Buchstabensuppe? Zeichensalat? Die neue Sonntagsserie stellt sich vor…

Nach Autoren und Urlaub, nun also Autoren und Kochen für unsere Sonntagsserie.

Aber ist  das sinnvoll? (mehr …)

Monatsrätsel Oktober

»Wer war das?«

Bei dieser Frage zucken die meisten innerlich zusammen und sagen – oder wollen sagen:

»Ich nicht!«

Manch eine/r zückt dann noch den Zeigefinger und ergänzt:

»Die da!«

Das wird dann als Verrat, als Missgunst, als Hinterlist oder Intrige gewertet. Nicht so im literarischen Monatsrätsel im Forum der 42er Autoren. Da wird dieser Zeigefinger geradezu gefordert. Jeden 1. im Monat wird ein Rätsel gepostet, in dem es darum geht, eine Schriftstellerin oder einen Dichter zu erraten. Zwei Wochen hat man Zeit, sich mit dem Rätsel zu beschäftigen. In den folgenden zwei Wochen des Monats gibt es dann eine Losziehung unter denjenigen, die eine richtige Antwort geliefert haben, jedes Mal unter Ausschluss eines Notars. Verlost wird meist ein schäbiges Buch oder eine langweilige CD – es lohnt sich also, hier mitzumachen.

Im Oktober wird zum Beispiel nach einem Banker gesucht. Oder war es vielleicht doch ein Dichter?

 

Psst. Pssssst! Hier drüben…

Jetzt schauen Sie doch nicht so! Ganz unauffällig, lassen Sie sich nichts anmerken! Ist auch außer Ihnen niemand im Zimmer? Sind die Rollläden geschlossen? Was ist mit der Tür? Sind Sie sicher, dass außer der NSA niemand Zugriff auf Ihren PC hat?

Okay, dann kommen Sie ein bisschen näher, ja noch näher (mehr …)

42 Tage Putlitz – Bericht eines Stipendiaten

Putlitz, das klingt eher preußisch als poetisch, nach Zackzack und Zitzewitz, Potzblitz und Donner. So fuhr der frisch gekürte Stipendiat an einem verregneten Tag im Mai noch mit etwas gemischten Gefühlen zur Preisverleihung in die Prignitz. Immerhin hatte er die Absicht, 42 Tage dort zu verbringen, um an seinem neuen Roman zu werkeln. (mehr …)

Exklusiv: Die Nostalgieformel enthüllt!

Joseph Roths kleine Schreibschule

1) Depression im Alltag ist langweilig, gedruckte Depression ist Kunst.

2) Jeder Satz gewinnt durch das Einstreuen gewagter Adjektive.

3) Reichen dir die Adjektive nicht, dann erfinde neue!

4) Lass dich pro Seite bezahlen, dann fallen einem gleich noch viel mehr hübsche Adjektive ein.

5) Vergleiche dürfen abwegig sein.

6) Keinen interessiert die Story, wenn sie nur schön erzählt ist!

Zur weiteren Lektüre besonders empfohlen: „Radetzkymarsch“

Für Sie exzerpiert von Joan Weng