Lange Lesenacht in Balingen

Ein Beitrag von Amos Ruwwe

Der Wartesaal im Bahnhof Balingen ist rappelvoll. Die Bedienung wieselt mit vollen Biergläsern und Flammkuchen zwischen den Tischen und Stühlen hin und her. Was ist los? Der Zug hat Verspätung, oder was? Silke Porath vom Vorstand der 42erAutoren klärt die Wartenden auf. Die 42erAutoren sind ein Verein zur Förderung der Literatur und jetzt und sofort werden einige Autorinnen und Autoren aus ihren Büchern lesen.

Dorrit Bartel fährt gerne und oft nach Afrika. In Äthiopien spielt auch die Geschichte von Adane. Als kleines Kind findet er ein verlassenes Gepardenkind, sein liebster Spielkamerad. Später kommt er ins Internat zu den Nonnen. Kein leichtes Leben. Der nächste Lesebeitrag findet in Österreich an der Grenze zu Bayern statt. Eine Leiche liegt da herum.

Das Duo Anja Stiller und Alexander Rudow, beide gehören zum Vorstand der 42erAutoren, haben diesen Krimi geschrieben. Ein grantelnder Kommissar, eine fesche Kommissarin, wie beide miteinander umgehen, das wird unterhaltsam vorgetragen. Dann gibt es erst einmal ein Päuschen. Zwischen den Beiträgen spielt ein junger Balinger Komponist seine Werke auf dem Piano.

Silke Porath und Sören Prescher gehen dann mit Pater Pius in den Klosterkeller und finden, wie sollte es auch anders sein, dort eine Leiche, allerdings nur noch als Skelett. Wer, was, wo? Pater Pius grübelt, schnappt abends noch etwas Luft, denn sein Zimmernachbar schnarcht mordsmäßig. Da stolpert die junge Kommissarin des Ortes volltrunken über ihre eigenen Beine und dem Pater vor die Füße.

Tom Liehrs Protagonist stolpert nicht, sondern springt vor Freude. Herr Semmel träumt von einer Anstellung im Miniatur Wunderland in Hamburg. Sein Geburtstag läuft nicht so richtig gut, er möchte am liebsten tot sein, aber nicht für immer. Mit dieser Kurzgeschichte endet der kurzweilige Abend in der Wartehalle des Bahnhofs in Balingen.

Die 42erAutoren stellten sich zum Abschluss gemeinsam vor der Bühne auf und versprachen dem Publikum, wenn es möglich ist, auch im nächsten Jahr wieder in den Wartesaal zu kommen. Natürlich hatten alle Vorlesenden ihre Bücher auf einem Büchertisch präsentiert. Manch ein Gast kaufte ein Buch, Zuhörer und Autoren kamen miteinander ins Gespräch, manches Bier wurde noch getrunken, bis alle zufrieden ihrer ganz eigenen Wege gingen.

Ihr

Amos Ruwwe

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