Zeitgeschichte in der Lyrik (4): Der Weberaufstand 1844

Verehrter Herr und König,Weißt du die schlimme Geschicht?Am Montag aßen wir wenig,Und am Dienstag aßen wir nicht. Und am Mittwoch mussten wir darbenund am Donnerstag litten wir Not;Und ach, am Freitag starbenWir fast den Hungertod! Drum lass am Samstag backenDas Brot fein säuberlich –Sonst werden wir sonntags packenUnd fressen, o König, dich! Georg Weerth (1844) […]

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Horst-Dieter liest: Klaus Modick – Fahrtwind

Darauf muss man erst einmal kommen, Eichendorffs Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ neu zu erzählen. Klaus Modick hatte diese Idee schon länger mit sich herumgetragen, bevor er sie in Angriff nahm. Er wählte dazu eine nähere Vergangenheit als das 19. Jahrhundert, in der Eichendorffs Novelle spielt: die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Selten habe […]

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Johan Bojer: Die Lofotfischer

Kristaver Myran ist Lofotfischer. Im Winter fahren diese in den Norden bis zu den Lofoten, um die Kabeljauschwärme zu fischen, die dort durchziehen. Eine anstrengende und gefährliche Aufgabe. Kristaver ist bisher immer als Halbpartmann gefahren, also als einer, der nicht den vollen Anteil am Gewinn des Fangs bekommt. Bei einer Auktion ersteigert er ein eigenes […]

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Zeitgeschichte in der Lyrik (2)

A. de Nora: Casablanca Den Kerls aufs Auge den Daumen drücken,Die Großen schröpfen, die Kleinen zwicken,Und Alle so lange schikanieren,bis schließlich ein paar die Geduld verlieren,Und schlagen die „Herrn“ auf den Schädel jäh –          Vive la paix! Dann schleunigst Schiffe geschickt und SoldatenUnd losgepfeffert! Zweitausend Granaten!Bis nichts mehr übrig ist von dem NesteUnd – was […]

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Zeitgeschichte in der Lyrik (1)

Theodor Fontane; Das Trauerspiel von Afghanistan Der Schnee leis‘ stäubend vom Himmel fällt,Ein Reiter vor Dschellalabad hält,»Wer da!« – »Ein britischer Reitersmann,Bringe Botschaft aus Afghanistan.« Afghanistan! Er sprach es so matt;Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,Sir Robert Sale, der Kommandant,Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand. Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,Sie setzen ihn […]

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