Jürgens herbstliche Reizwortgeschichte Nr. 2

Eduard Mörike: Septembermorgen Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen. Fällt mir spontan dazu ein: Läuft da nicht was grundfalsch in unserer Welt, wenn man von der täglichen Arbeit dermaßen geschlaucht ist, […]

Weiterlesen

Goldener Oktober

Vor unserem Haus in Korea, stand ein acht Jahrhunderte alter Ginkgobaum. Acht oder neun erwachsene Männer konnten den Stamm des gewaltigen Baumes gerade umarmen. Bei einer Einladung in das Goetheinstitut in Seoul, zur Lesung von Peter Bichsel, sah ich im Treppenhaus das Gedicht Gingo biloba von Goethe. Irritiert war ich etwas über die Schreibweise, doch […]

Weiterlesen

Mein Sommerbuch für immer

Ich war dreizehn, knapp vierzehn. Und hatte mir vorgenommen, in den Ferien einen ganz bestimmten Roman zu lesen. Seit ich denken konnte, stand er in Form von drei schmucken, in Leinen gebundenen Bänden bei uns im Bücherregal: Kristin Lavranstochter von Sigrid Undset. Meine plötzliche Neugier auf das Buch, von dem ich bis dato nur wusste, […]

Weiterlesen

Winterleid

Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer, sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an und scheut nicht süß noch sauer. Ich mag den Winter und habe das hier und da mit Texten auch schon dokumentiert. Doch immer wenn ich etwas ganz besonders mag, lohnt es sich meist, ein wenig darüber nachzudenken. […]

Weiterlesen

Berliner Winter

Über Jahreszeiten habe ich nicht viel zu sagen. Ich mag den Frühling, vor allem das frische, zarte Grün der Bäume versetzt mich jedes Jahr aufs Neue ins Staunen. Sommer ist meine liebste Jahreszeit, ich bin draußen, wann immer es geht und beschwere mich nie darüber, dass es zu heiß ist. Und sogar den Herbst, zumindest […]

Weiterlesen

Jürgens Sommer (2)

Den letzten Sommer habe ich im Schwimmbad verbracht. Das heißt, wann immer ich aus meinem Renovierungskeller rauskam. Das gelockerte Deutschland nach der Schockstarre hat es möglich gemacht. Nur die Schnellsten kommen ins Bad, deshalb saß ich mitternachts vor dem PC, um per Online-Registrierung einen von den 42 Schwimmplätzen zu ergattern.

Weiterlesen