Veröffentlichungen

Die neuen Teammitglieder stellen sich vor

Heute: Kristin Lange

Kristin Lange wurde 1966 in Krefeld geboren und wuchs im Ostwestfälischen auf. Einige ihrer Kurzgeschichten erschienen in verschiedenen Anthologien und auf der Internet-Plattform  „booksnacks“. Zurzeit arbeitet Kristin Lange an einem Roman. Sie ist Mitglied der 42erAutoren, Buchhändlerin und Wahl-Schleswig-Holsteinerin und lebt mit ihrem Mann bei Kiel.

Frage 1) Warum schreibst du – grundsätzlich und überhaupt? (mehr …)

Die neuen Teammitglieder stellen sich vor

Heute: Ingrid Haag

Ingrid Haag, Jahrgang 1963, lebt und arbeitet als freie Autorin, Lektorin und Redakteurin in München. Sie schreibt für das Magazin „der selfpublisher“, das sie als Chefredakteurin mitgegründet und aufgebaut hat, und für die „Federwelt“. Sie ist Mitglied der 42erAutoren, ihre Lieblingsthemen sind starke Frauen und Brüche im Leben. Dafür ist ihr die Vergangenheit als Geschäftsfrau ein Fundus und die Grundlage ihres ersten Romans, an dem sie gerade arbeitet.

Frage 1) Warum schreibst du – grundsätzlich und überhaupt? (mehr …)

Veränderungen im Team

Ende Mai wird unser Blog vier Jahre alt. Ich glaube, das hätte am Anfang auch keiner gedacht, am wenigsten ich selbst. In diesen vier Jahren hat sich das Blogteam nicht groß verändert, aber es ist ganz normal, dass man irgendwann überlegt, ob man eigentlich noch zusammenpasst,das kennt jeder mit ein bisschen Beziehungserfahrung.Und weil wir vom Blog da keine Ausnahme bilden, müssen wir heute unserer Ulli, dem Chaoten-Christoph und Wolf „Lebewohl“ sagen.

Wir haben immer viel, viel Spaß zusammen gehabt und auch wenn wir verstehen, dass ihr einfach andere Prioritäten setzen wollt, werden wir euch vermissen! Es war eine wunderschöne Zeit mit euch, danke dafür – ihr seid und bleibt die Besten!

Doch es gibt auch Nachwuchs: Mit Ingrid Haag und Kristin Lange  haben wir zwei neue Mitstreiterinnen, die sich euch morgen und am kommenden Sonntag in einem kleinen Interview vorstellen werden.

Und denen möchte ich heute im Namen des „alten“ Teams – Andrea Gunkler, Dorrit Bartel, Horst-Dieter Radke, Wolf P. Schneiderheinze, Cordula Broicher und natürlich mir, Joan Weng- noch einmal öffentlich ganz herzlich „Willkommen“ sagen.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und vor allem auf viel gemeinsamen Spaß. Schön, dass ihr dabei seid!

Eure Joan

Autors Helferlein #1: Evernote

Evernote ist Mamas Liebling.
Ich benutze das Programm mit dem Elefanten im Logo seit 2009. 2008 kam es auf den Markt, ich gehöre also zur ersten Million User, die sich in das Tool verliebt haben (2012 waren es schon 34 Millionen). Davor habe ich mit einem Notizenprogramm mit Baumstruktur gearbeitet mit dem schlichten Namen „Zettelkasten“, aber alles, was ich darin gesammelt hatte – unter anderem die komplette Figuren- und Plotentwicklung für meinen ersten Krimi -, ging flöten, als mein Rechner von einem Virus befallen wurde und nur noch Plattmachen half. Was mit den Notizen passierte, kann man in etwa mit einem (mehr …)

Wattsab

„Hömma, waisse aigentlich wat wattsab is“, frach ich Jupp, als er mal wieder auf meine Terrasse für en Pilsken zu mich kommt.
„Wattsab, wat soll dat sein? Sacht man doch so, quasi, wenn man mal abwaaten, et nich so eilich haben soll, ne?“
„Dat habe ich mir schon gedacht, dat du vonne modernen Kommunikation kain blassen Schimmer hass.“
„Moderne Kommunikation? Hömma, wat is los? Schon ‘n Pilsken zu viel getrunken? Moderne Kommunikation, Ker, Ker, wat Du alles immer so rumfrachst.“
„Waisse“, sach ich, „gestern war ich bei der Karsunke. Als wa so in Küche lecker am Pilsken trinken sind, kommt dat Bärbel, waisse doch, dem Karsunke saine Tochter, rein. Tach sachtse, setzt sich annen Tisch, knabbert paar Chips ausse Tüte und daddelt auf ihr Smartphone. Jupp, wat ain Smartphone is, waisse schon wa?“
„En Smartphone? Ne, kenn ich nich. Odda mainse die Dinger, wo die Leute mit auffe Strasse am Rumlaufen sind, am Quatschen sind, so für sich alleine?“
„Dat main ich,“ sach ich. „Also, dat Bärbel ist da an daddeln und immer pieptet inne Daddelkiste von der. Dann geht’s mitte Finger über dat Tail, bissken später pieptet wieder. Ährlich, dat gibbet doch nich, immer dat Piepen. Da sach ich zu dat Bärbel: Hömma, wat machse den da überhaupt die ganze Zeit?“
„Wat soll ich schon machen?“ sacht se, „wattsab mit main Freund.“
„Watts ab?“ sach ich. „Dain Freund kannet nich abwarten, oder wat?“
Da verdreht die die Augen und sacht: „Main Freund und ich reden über wattsap.“
„Hömma“, sach ich, „wattsab und dann piept dat bai dain Freund?“
Schon pieptet wieder.
„Ey“, sacht dat Bärbel dann, „ich hab kaine Zeit für sonn Gequacke. Wennse kain Smartphone hass, kennze viellaicht auch nich wattsab“, steht auf, geht ausse Küche raus. Da hat der Karsunke die Augen verdreht und en Schlücksken von Pilsken genommen.
„Waisse Jupp“, hat der Karsunke mir dann zu erklären versucht, „wattsab, dat is ein moderner Kommunikationsdienst auf son Dingsda, äh, Smartphone. Unser Bärbel macht nur noch wattsab, die redet nich mehr mitten Vadder. Nich weil wa Ärger haben, miteinander, ne, immer pieptet.“
„Ja ährlich“, sacht der Jupp, „wennet immer piept, dat wär nix für mich. Auch nich auffe Terrasse, oder inne Küche und überhaupt. Is schon mal gut, dat du und ich kein Smartphone ham. Wennet andauert gezz hier piepen tät! Ne, ne, moderner Kommunikationsdienst! Blaib mich wech damit.“
Jupp schüttelt sain Kopp, trinkt en Schlücksken, stellt dat Pilsken auffen Terrassentisch, sacht: „Waisse, dat ganze neumodische Gedöns is manchma ja auch richtig gut, so für dat Leben. Auto, Waschmaschine, Fernseh, allet gut. Abber mitnander, nur noch über sonne Daddelkiste, mit wattsab? Ne, da bin ich doch froh, dat et hier nich piepen tut und wir wie immer unser Pilsken ham und unsere Ruhe.“
„Jau“, sach ich, „da sachse wat. Un wattsab, aines Tages tun se noch vergessen, wie se richtig miteinander reden können. Wenn dann ma sonnen Kommunikationsdienst ausfällt, vielleicht überall Stromausfall is, oder bisken Weltuntergang, wat dann? Wahrscheinlich waiß dann kainer mehr, watta da machen soll. Dann können se wahrscheinlich nich mal mehr Guten Tach sagen, so im richtigen Leben.“ „Watten wa’s ab“, sacht Jupp und stellt neue Pilsken auf den Gartentisch.

„Katzen – das Buch“ von Claudia Rusch – eine Buchempfehlung

Wer oder was hätten Sie sein mögen (wenn nicht Sie selbst)?

Diese Frage verstehe ich nicht.“

(Antwort einer Katze auf eine der Fragen aus „Prousts Fragebogen“)

Jemand sagte kürzlich, dem „Zweiundvierziger“ fehle der „cat-content“. Nun denn, dem soll mit diesem Artikel Abhilfe geschaffen werden; denn was verschafft einem YouTube-Kanal, einer Facebookseite, einem Blog mehr Klicks als Putziges über und von Katzen? (mehr …)

Puderzucker

Ein Gastbeitrag von Putlitzerpreisträger Stefan Schulz

Martin saß im Wohnzimmer einer armen Seele und sah einem Kronkorken hinterher, der unter das Sofa rollte. Der alte Mann ihm gegenüber setzte eine Bierflasche an. Unter seinen wässrigen Augen hingen Tränensäcke und in die schmalen Lippen hatte der Suff über die Jahre Tinte gespritzt. Ein verpfuschtes Leben, das in der Obdachlosigkeit enden würde.

Mit der flachen Hand rieb sich Martin die Stirn. »Ich gebe Ihnen noch fünf Minuten, aber dann müssen Sie hier raus.« Ihm brummte immer noch der Schädel.

Der Alte stellte die Flasche auf den Tisch und rülpste. »Nenn mich Rolf, Herr Gerichtsvollzieher.« Seine Zähne sahen aus wie Backpapier.

»Ihre Möbel werden erst einmal eingelagert, bis …« (mehr …)

Töchter und Väter

Ich stöbere in den alten Bücher von Amara George (digital) und finde in einem Buch aus dem Jahre 1856 (Blüten der Nacht) eine Widmung der Dichterin:

 

»Dem besten der Väter in unbegrenzter Liebe, Verehrung und Dankbarkeit zugeeignet.«

 

Der Vater von Mathilde Kaufmann (Amara George war ihr Pseudonym), Jakob Friedrich Binder (1787 – 1856), war von 1821 bis 1853 Erster Bürgermeister der Stadt Nürnberg. Zuvor hatte er Rechtswissenschaft an der Universität Erlangen studiert und war Untersuchungsrichter in Nürnberg. Er trug als Bürgermeister wesentlich dazu bei, dass die Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Fürth gebaut wurde. Als 1828 Kaspar Hauser in Nürnberg auftauchte, wurde dieser von Binder persönlich verhört. Er schlug auch Georg Friedrich Daumer als Erzieher von Kaspar Hauser vor, den der Rat der Stadt Nürnberg dann einsetzte. Daumer war auch der Lehrer von Binders Tochter Mathilde. 1843 bekam Binder von der juristischen Fakultät der Universität Erlangen die Ehrendoktorwürde verliehen. (mehr …)

Ich war Old Shatterhand, und Winnetou war mein Blutsbruder

Manche erinnern sich sicher noch an die Zeit, als sie Winnetou und Old Shatterhand mit Taschenlampe unter der Bettdecke durch die Prärie begleitet haben. Bestimmt schmunzelt diese und jener auch noch über die Abenteuer des berühmten Kleeblatts, die einen – Sam Hawkens sei Dank – auch mal zum Schmunzeln veranlassten. Ich weiß noch, wie ich tränenblind aus dem dunklen Kinosaal ins Freie trat, nach dem ich den Tod Ntscho tschis in „Winnetou I“ oder den Tod Winnetous im Film „Winnetou III“ miterleben mussten. Lange ist’s her. Dass dieses Werk nach über hundert Jahren noch immer seinen Reiz behalten hat und in zahlreichen Buchausgaben nach wie vor verkauft wird, zeigt, dass es Karl May gelungen ist, eine zeitlose Story zu schaffen, die weit über viele andere Abenteuerromane hinausweist. Das liegt sicher nicht nur daran, dass er spannend zu erzählen wusste, sondern auch daran, dass er sich engagiert auf die Seite der damals wie heute Unterlegenen, der Indianer, geschlagen hat. (mehr …)

Nachtrag zum Wertheimer Friedhofsspaziergang

Im Juli 2016 schrieb ich in meinem Blogbeitrag zum Wertheimer Bergfriedhof und zu Mathilde Kunigunde Amalia Caroline Binder (Dichterinpseudonym: Amara George): »Nach dem Tode ihres Mannes verließ sie Wertheim und ist folglich auch nicht dort begraben.«

Das ist falsch, wie ich inzwischen weiß. Sie starb zwar 1907 in Würzburg, wurde aber neben ihrem Mann Alexander Kaufmann begraben. Der Grabstein trägt keinen Namen, lediglich ein Relief von Stanislaus Cauer, das dieser nach einem Jugendbildnis von Rudolf Jordan angefertigt hat, ist dort zu sehen.

 

 

Als kleine Entschuldigung für dieses »Übersehen« folgt hier ein Gedicht der Dichterin, mit einem Versprechen für ihren Mann, das über das irdische Dasein hinausweisen soll.

Ewig Dein!

Ja ewig, ewig bin ich Dein!

So lange lebt der Sonne Schein,

So lange Weltenheere kreisen,

Den Schöpfer seine Werke preisen,

So lange bin und bleib‘ ich Dein!

Nicht wahr, mein Herz, das will was heißen?

Doch ein Bedenken fällt mir ein:

Wird Ewigkeit genügend sein,

Dir meine Liebe zu beweisen?

Ihr Horst-Dieter Radke