Veröffentlichungen

Krimihelden: Vom alten Rom bis ins mittelalterliche England

Die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton waren es wohl, die bei mir den Funken gezündet haben für eine Leseleidenschaft, die bis heute anhält. Rätsel lösen, Geheimnissen auf die Spur kommen, Verbrecher dingfest machen, Gerechtigkeit herstellen. Darum geht es doch in Krimis, oder? Meistens jedenfalls. (mehr …)

Burka von Stefan Schulz

Stefan Schulz wurde 1970 in Jena geboren. Schon als Kind war er Mitglied in der schulischen Arbeitsgemeinschaft »Junge Autoren«, doch geriet die Leidenschaft für das Schreiben dann neben Broterwerb und Musikbegeisterung für einige Jahre ins Hintertreffen. Erst nachdem sein Sohn das Haus verlassen hatte, widmete er sich wieder dem Schreiben – mit einigem Erfolg. 2015 bekam er bei einem Literaturwettbewerb einen Anerkennungspreis für seine Kurzgeschichte »Puderzucker«, 2016 errang er nun mit seiner im Folgenden zu lesenden Geschichte »Burka« den ersten Platz beim Putlitzer Preis. Aktuell arbeitet er an seinem Debütroman.

Burka

Navid wusste viel über die Deutschen, schließlich hatte er ihre Sprache studiert. Aber dass sie sich mitten in der Stadt nackt neben einen Container der Kleiderspende kauern, war ihm neu. Den Kopf zur Seite geneigt, betrachtete er den jungen Mann, der so schlimm zitterte, als wäre Winter. Trotz der späten Stunde schlenderten Menschen durch die Stadt, was die missliche Lage des Hüllenlosen noch verschlimmerte. (mehr …)

Liebe Leserinnen und Leser des Zweiundvierzigers,

in den vergangenen Blogmonaten und -jahren haben Sie die unterschiedlichsten Facetten des Schreibens als Kunst, Leidenschaft und Handwerk kennengelernt. Sie haben mit uns Spaziergänge zu verstorbenen Autoren unternommen, haben erfahren, dass die Realität oft befremdlicher sein kann als jegliche Fiktion, haben von Plan- und Dialektsprachen gelesen, etwas über Schreibverhinderer und über Schreibbeflügler gelernt, Lesetipps von uns bekommen und uns auch sonst in verschiedener Hinsicht über die Schulter geschaut.

Nur über das, was auf den weißen Blättern oder Bildschirmen entsteht, haben wir bisher die Hand gehalten.

Nun sind wir alle Autorinnen und Autoren, Schriftsteller, Schreiberlinge. Wir tippen nicht nur hin und wieder einen Beitrag für diesen Blog, wir beschäftigen uns intensiv mit Sprache, mit den Möglichkeiten, Themen, die uns am Herzen liegen, eine Form zu geben, Situationen und Empfindungen auszudrücken und Sie als Leserin und Leser mitfiebern zu lassen. Wir probieren aus, schreiben, veröffentlichen. Davon haben Sie hier im Blog bisher nichts zu lesen bekommen. Sie mussten schon den Buchhandel bemühen und sich eines unserer Bücher kaufen.

Das wollen wir nun ändern – aber nur ein bisschen. Unsere Bücher sollen Sie selbstverständlich weiter im Buchhandel kaufen. Im „Schaufenster“ stellen die 42erAutorinnen und -Autoren demnächst ein bis zwei Mal im Monat ihr Können zur Schau: in Kurzgeschichten, Glossen, Romanauszügen, Essays. Den Anfang macht Stefan Schulz morgen mit seiner Kurzgeschichte „Burka“. Er ist zwar kein 42erAutor, aber diesjähriger Gewinner des Putlitzer Preises, den der 42erAutoren e.V. jedes Jahr ausschreibt. Stefan Schulz hat uns freundlicherweise genehmigt, seinen Text hier zu veröffentlichen. Dafür danken wir ihm herzlich und weisen darauf hin, dass der Text lang vor der aktuellen Debatte entstand – gute Literatur ist eben ihrer Zeit gerne mal voraus.

Mögen Sie am Schaffen der 42erAutorinnen und -Autoren viel Freude haben.

Ihre und Eure
Andrea Gunkler

 

Krimihelden: Ich lese keine Krimis … es sei denn …

Krimis lese ich nicht. Es macht mir keinen Spaß, die Überlegungen des Kommissars nachzuvollziehen, mitzurätseln, den Mörder, den Dieb oder den Was-auch-immer zu jagen und mich zu freuen, wenn ich behaupten kann, dass ich den Übeltäter früher identifiziert habe als der Ermittler. Es sei denn, der Ermittler heißt Kristof Kryszinski. (mehr …)

Truth is stranger… Die gute alte Zeit

Kürzlich bekamen wir eine Einladung zu einer Praxiseröffnung. Das ist, für sich genommen, keine Geschichte wert, doch erinnerte mich das wunderbar seriöse Hochglanzbild des Praxisgründers an ‚die gute alte Zeit‘.

Der junge Mann, der im Weiteren Peter genannt werden soll, besaß während des Studiums nämlich vor allem einen großen Ehrgeiz: Nicht eine Party zu verpassen. (mehr …)

Krimihelden: Treffen mit alten Bekannten

Kürzlich stieß ich in dem Büchertauschladen bei mir um die Ecke auf einen Roman von Patricia Cornwell – „Scarpetta“. Ich kannte das Buch noch nicht, obwohl ich die Romane um die amerikanische Gerichtsmedizinerin vor vielen Jahren gern gelesen habe . Ich nahm das Buch also mit und las es bald darauf. Es war wie die Begegnung mit einer alten Bekannten, die man aus keinem bestimmten Grund irgendwann aus den Augen verloren hat; auf einmal tut es gut zu wissen, dass sie noch lebt. (mehr …)

Meister weniger Worte (1): Don Martin

Ein Mann spaziert über die Straße. Es fängt an zu tröpfeln und er beginnt, wie Gene Kelly auf der Straße zu steppen und zu singen. Und oben auf dem Dach wird die Weitspuck-Weltmeisterschaft ausgetragen. – Nicht lustig?

Okay, ein Mann kommt ins Postamt und sagt: „Two stamps, please.“ Von oben saust ein gigantischer Schuh auf ihn herunter und macht STAMP, STAMP. Auch nicht lustig? (mehr …)

Krimihelden: Ein Sonderling und ein Egomanenduo

Ich habe persönlich sehr viele Krimihelden, aber heute möchte ich zwei meiner besonderen Lieblinge fern von Sherlock, Barnaby und Wexford vorstellen.

Der erste ist bestimmt kein Held, der Autor selbst beschreibt ihn mit den Worten: „Der Mann war ein Sonderling, versoffen, häufig ratlos und man lachte ihn gern aus – alles schlechte Eigenschaften für einen Detektiv.“ (mehr …)

Bunt und Phantastisch

In der ersten Folge unserer Reihe über Literaturzeitschriften stellen wir Ihnen drei Projekte vor, die sich der phantastischen Literatur widmen. (mehr …)

Warum das „Ulcus Molle Info“ nicht über Geschlechtskrankheiten informierte

Es gibt sie noch, die Literaturzeitschriften, gedruckt und zum in die Hand nehmen. Sie sind nicht mehr spiritusvervielfältigt mit (auch geruchsmäßig) revolutionärem Hauch, nicht mehr in der kaum übersehbaren Vielzahl wie in den 1970er- bis 1990er-Jahren zu haben – damals in der Vor-Internetzeit im „Ulcus Molle Info“ von Biby Wintjes grandios überschaubar gemacht –, nicht mehr für Jede und Jeden das Veröffentlichungsforum, denn man wählt aus, penibler als zuvor. Aber einige haben sich aus diesen alten Zeiten herübergerettet, etwa die „Horen“, die „Akzente“ oder „Am Erker“. Andere wurden wiederbelebt, neue kamen hinzu. Zu schade wäre es, wenn die Kultur solcher Zeitschriften verschwinden würde. Trotz Internet und E-Book haben sie noch eine Aufgabe und sei es die, sie nach dem Lesen ohne rechtliche Probleme an andere weitergeben zu dürfen. Auch liest sich eine Literaturzeitschrift auf einem stillen Örtchen schon deshalb gut, weil das Papier so schön knistert. Bringen Sie das erstmal Ihrem E-Book-Reader bei. Deshalb stellen wir Ihnen in dieser Reihe Literaturzeitschriften vor, die noch zu haben und vor allem lesenswert sind.

Ihr Horst-Dieter Radke