Veröffentlichungen

Besuch bei der Frau vom Weihnachtsmann

Ein Gastbeitrag von Amos Ruwwe

„Essen ist fertig!“

So langsam werde ich ärgerlich. Schon vor mindestens zehn Minuten habe ich bereits gerufen. Nix. Nicht mal eine Antwort. (mehr …)

Das stille Haus – Jörgs Beitrag

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Still stand es da. Und doch schien es bewohnt. Die Fenster waren klar, die Treppe war immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Der Teich davor mit klarem Wasser, ein wenig bräunlich vielleicht.

Und doch. Niemand öffnete, wenn er klingelte. Seit Jahren machte er es, wenn er auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikam. Auch dieses Mal. Und wie all die anderen Male hatte niemand geöffnet.

Er wollte wieder gehen, da hörte er ein Klicken hinter sich. Noch einmal wand er sich um. Die Tür war offen. Einen Spalt nur, aber vorhin, als er klingelte, war sie es noch nicht.

„Hallo?“ rief er, doch es kam keine Antwort. Er stieß die Tür noch ein wenig weiter auf und rief ins Haus: „Hallo? Ist da wer? (mehr …)

Eine Gedok-Lesung von Nina George und Jens Kramer – oder meine kleine Schwäche

Wann immer jemand zu mir sagt: „Das geht nicht“, sagt eine Stimme in meinem Kopf „Für dich vielleicht.“

Ich habe nämlich ein kleine Schwäche: Ich liebe Unmögliches oder besser Menschen, die scheinbar Unmögliches leisten oder geleistet haben. Manche kenne ich persönlich, wie einen leider etwas langsamen Hauptschüler, der doch einen Doktortitel und zwei abgeschlossene Studien erreicht hat oder eine totgesagte Komapatientin, die als lebendes Medizinisches Wunder jetzt gerade ihr erstes Baby kriegt. (mehr …)

Das stille Haus – HDs Beitrag

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Still steht es da. Und doch scheint es bewohnt. Die Fenster sind klar, die Treppe ist immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Der Teich davor mit klarem Wasser, ein wenig bräunlich vielleicht.

Und doch. Niemand öffnet, wenn er klingelt. Seit Jahren macht er es, wenn er auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikommt. Auch dieses Mal. Und wie all die anderen Male hat niemand geöffnet.

Er will wieder gehen, da hört er ein Klicken hinter sich. Noch einmal wendet er sich um. Die Tür ist offen. Einen Spalt nur, aber vorhin, als er klingelte, war sie es noch nicht.

„Hallo?“ ruft er, doch es kommt keine Antwort. Er stößt die Tür noch ein wenig weiter auf und ruft ins Haus: „Hallo? Ist da wer?“ (mehr …)

Die Quadratur des Kreises

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Das TAW war kulinarisch für mich ein bisschen wie die Quadratur des Kreises. Dabei koche ich wirklich gerne und probiere auch immer neue Sachen aus. Überhaupt koche ich begeistert für Gäste.

Letztes Wochenende hatte ich Gäste – wir haben nämlich ein TAW – ein Textarbeitswochenende – bei mir veranstaltet. Sechs weitere Autoren kamen von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag zu mir und gemeinsam haben wir an einem ihrer Texte gefeilt.

Zuvor hatte jeder einen Textauszug aus seinem aktuellen Projekt an die anderen geschickt und auch die Fragen, die er dazu hat. Es gab auch noch zwei kleine Aufgaben, die ich gestellt habe und die auch in die Runde gingen.

Zudem hatte ich einen kleinen Fragebogen versendet, um herauszufinden, ob es schwere Abneigungen gegen bestimmte Speisen oder gar Allergien gäbe. Als die Antworten eintrudelten, wurde mir ein wenig schwindelig.

Einer isst Low Carb (keine Kartoffeln, keine Nudeln, kein Reis, keine Mehlspeisen), eine isst nie Milch- oder Käseprodukte, mag auch keine Tomaten oder Auberginen, zwei mochten keinen Kürbis, eine Vegetarierin war dabei, einer hat einen empfindlichen Magen …usw. Nur einer isst wirklich alles (bis auf alte Socken) – mein lieber Kollege Christoph.

Es hat mich ein wenig Schweiß und graue Zellen gekostet, bis ich das Essen einigermaßen zusammen hatte.

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Das stille Haus – Amos‘ Beitrag

Still steht es da. Und doch scheint es bewohnt. Die Fenster sind klar, die Treppe ist immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Der Teich davor mit klarem Wasser, obwohl es ein wenig bräunlich ist.

Und doch. Niemand öffnet, wenn man klingelt. Seit Jahren macht er es, wenn er auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikommt, schon aus Tradition. Auch diesmal. Er hat sich schon umgewandt und will wieder gehen, weil der Pflicht genüge getan ist, da stutzt Amos, wendet sich noch einmal um. (mehr …)

Fresse! oder: Mein erstes TAW

„Christoph, du bist ja so blöd! Jetzt pass mal gut auf.“

Ständig sagt mir einer, dass ich die Fresse halten soll. Das nervt langsam. Ich nehm mal noch eine Cabanossi, stehen sowieso viel zu viele auf dem Tisch. Mit dem Zahnstocher spieße ich eine der Minisalamis auf, stecke sie in den Mund und fixiere die Tischplatte. W. hat seine Aufmerksamkeit wieder meinem Text zugewandt, aber das macht es auch nicht besser.

„Diese Figur da, dieser … wie heißt der gleich wieder? Ach ja – sehr originell übrigens – Robert Koch! Ganz ehrlich, dein Robert ist ein einziges Klischee. So geht das einfach nicht.“

Zustimmendes Gemurmel von links und rechts. Ich spieße eine weitere Cabanossi auf und tue so, als ob ich nachdenken muss. Scheiße. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. (mehr …)

Das stille Haus – Sörens Beitrag

Still steht es da. Und doch scheint es bewohnt. Die Fenster sind klar, die Treppe ist immer gefegt, der Garten sauber, wenn auch nicht akkurat. Das Teich davor mit klarem Wasser, obwohl es ein wenig bräunlich ist.

Und doch. Niemand öffnet, wenn man klingelt. Seit Jahren macht er es, wenn er auf seiner Wanderung an diesem Haus vorbeikommt, schon aus Tradition. Auch diesmal. Er hat sich schon umgewandt und will wieder gehen, weil der Pflicht genüge getan ist, da stutzt Sören, wendet sich noch einmal um. (mehr …)

Minikrimi #1

Mord bei ebay

»Sie haben gewonnen!«

»Wie bitte?«

»Sie haben soeben bei ebay die Auktion gewonnen.«

»Aber ich habe doch gar nicht an einer Auktion teilgenommen. Was soll der Quatsch? Wollen Sie mich verarschen? Ich lege …«

»Nicht! Legen Sie nicht auf. Sie verpassen sonst das Wichtigste.«

»Gut, sagen Sie, was Sie nicht ungesagt lassen können, aber ziehen Sie es nicht zu sehr in die Länge.«

»Nochmal: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eben bei ebay die Auktion ‚Ich ersteigere mir einen Mord‘ gewonnen. Nicht als Teilnehmer an der Auktion, sondern als Auktionspreis selbst.«

»Wie bitte?«

»Ihre Ermordung wurde bei ebay ausgeschrieben, und diese Auktion ist gerade zu Ende gegangen. Siebenundneunzigtausendunddrei Euro hat die Versteigerung gebracht! Ich werde jetzt kommen, damit ich Sie umbringen kann.«

»Ha … Sie … Sie Witzbold. Sie sind ein bisschen dumm, nicht wahr? Wohl etwas gestört, wie? Ich werde doch nicht warten, bis Sie kommen und mich ermor… Moment, es hat geklingelt, ich geh mal eben an die Tür, vermutlich der Postbote.

Ihr Horst-Dieter Radke

Das stille Haus – Joans Beitrag

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Sie kennen das sicher auch: Wieder und wieder kommen Sie an einem Haus vorbei, das Ihnen auffällt, weil es irgendwie anders ist, als die Häuser rundum. Sie wissen nicht, wer darin wohnt. Falls sie die Bewohner sehen, kennen Sie sie nicht. Wenn anfangs eher interessierte Gleichgültigkeit herrscht, so kommen doch nach und nach Gedanken und auch, wenn Sie es nicht gleich zugeben wollen – Sie würden das Haus gern einmal von innen sehen, doch heute wagt sich erst einmal Joan hinein:

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